Papst Leo XIV. hat die Mitglieder der Lateinischen Bischofskonferenz der arabischen Regionen (CELRA) zu einer Audienz im Vatikan empfangen. Seiner Ansprache an die Bischöfe, die Seelsorgsregionen von Nordafrika über den Nahen Osten bis zur Arabischen Halbinsel vertreten, schickte das Oberhaupt der katholischen Kirche den Apostelgruß voraus: „Gnade euch und Friede von Gott“ (Röm 1,7).

Leo XIV. ruft in Nahost zu Dialog und politischer Lösung auf

Papst Leo XIV. hat neuerlich zu einem Ende der Gewalt im Nahen Osten und zur Wiederaufnahme diplomatischer Verhandlungen aufgerufen. Nach dem Angelusgebet am Sonntag in Castel …

Mario Galgano – Vatikanstadt

Leo würdigte den Dienst der Geistlichen in einer von politischen, sozialen und religiösen Spannungen geprägten Umgebung.

In seiner Rede erinnerte er an die Zeugen des Glaubens, die in der jüngeren Geschichte der Region ihr Leben ließen. Unter ihnen nannte der Papst die im Jemen getöteten Missionarinnen der Nächstenliebe. Ebenso schloss er die zahlreichen Priester, Ordensleute und Laien in sein Gedenken ein, die in Irak, Syrien und anderen Ländern Opfer von Gewalt wurden. Deren Namen seien der Welt womöglich unbekannt, Gott jedoch wohlvertraut. Ihre Standhaftigkeit bleibe ein Orientierungspunkt für die Ortskirchen:

Zum Nachhören – was der Papst sagte

„Ihre Kirchen haben das Zeugnis des Martyriums erlebt.“

„Ihre Bischofskonferenz vereint Kirchen aus einem weitläufigen und vielschichtigen Umfeld, die in Kontexten tätig sind, die oft von politischen, sozialen und religiösen Spannungen geprägt sind. Ihre Kirchen haben das Zeugnis des Martyriums erlebt.“

Die Audienz im Vatikan

Die Audienz im Vatikan   (@VATICAN MEDIA)

Abwanderung und schrumpfende Gemeinden

Angesichts von Abwanderung und schrumpfenden Gemeinden wies der Bischof von Rom auf das Wesen der kirchlichen Sendung hin. Die Fruchtbarkeit des Glaubens bemesse sich nicht an Zahlen, Strukturen oder materiellen Mitteln. Auch eine kleine Gemeinschaft könne Wirksamkeit entfalten, wenn sie im Evangelium verwurzelt bleibe. Der Papst formulierte dabei die Ausrichtung des kirchlichen Dienstes: „Nicht weil die Kirche Macht sucht, sondern weil sie dient; nicht weil sie sich aufdrängt, sondern weil sie Zeugnis ablegt; nicht weil sie auf Gewalt mit anderer Gewalt antwortet, sondern weil sie der Macht die Liebe entgegensetzt.“

Die Audienz im Vatikan

Die Audienz im Vatikan   (@VATICAN MEDIA)

Betreuung der Arbeitsmigranten

Einen besonderen Schwerpunkt legte der Pontifex auf die seelsorgliche Betreuung der Arbeitsmigranten, die insbesondere in den Golfstaaten einen Großteil der Katholiken ausmachen. Die Pfarrgemeinden sollten diesen Menschen, die oft getrennt von ihren Familien in Einsamkeit und Unsicherheit leben, eine Heimat bieten. Zudem mahnte das Kirchenoberhaupt zur Weitergabe des Glaubens in den Familien sowie zur Stärkung der Kinder- und Jugendkatechese:

„Habt keine Angst davor, zu säen, ohne sofort die Früchte zu sehen. Das Säen liegt in eurer Hand; das Wachsen liegt in Gottes Hand. Keine im Namen Christi vollbrachte Tat ist vergeblich: Ein Gebet, ein Wort des Trostes, eine begleitete Familie, ein im Glauben erzogenes Kind, ein aufgenommener Armer – all das sind Samen einer neuen Zukunft.“

„Habt keine Angst davor, zu säen, ohne sofort die Früchte zu sehen.“

Geschwisterlichkeit und Dialog

Mit Blick auf das Zusammenleben in den mehrheitlich islamischen Ländern rief der Papst zu Geschwisterlichkeit und Dialog auf. Das Gespräch mit Angehörigen anderer Konfessionen und Religionen setze kein Aufgeben der eigenen Identität voraus, sondern erfordere die Bereitschaft zur Begegnung ohne Furcht. Wo Krieg und Feindschaft Misstrauen gesät hätten, könne jede Geste der Achtung ein Schritt auf dem Weg zur Versöhnung sein.

(vatican news)

Die Audienz im Vatikan

Die Audienz im Vatikan   (@VATICAN MEDIA)