Dreifacher Forschungserfolg für Innsbruck: Andrea Auer, Simon Baier und Fabian Habersack erhalten jeweils einen ERC Starting Grant. Die EU-Förderung ist mit bis zu 1,5 Millionen Euro pro Projekt dotiert.

Gleich drei Forscher der Universität Innsbruck werden heuer mit einem der renommiertesten europäischen Förderpreise für den wissenschaftlichen Nachwuchs ausgezeichnet. Andrea Auer, Simon Baier und Fabian Habersack erhalten jeweils einen ERC Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC).

Damit fließen bis zu 4,5 Millionen Euro an Basisförderung in drei Forschungsprojekte am Wissenschaftsstandort Innsbruck. Zusätzlich kann unter bestimmten Voraussetzungen jeweils bis zu eine Million Euro für förderfähige Kosten bereitgestellt werden.

Forschung an den Grenzen des Wissens

Die drei Projekte beschäftigen sich mit völlig unterschiedlichen Fragen – von neuen Technologien für die Energieversorgung über die Grenzen der Quantenphysik bis zur politischen Verantwortung in Demokratien.

Neue Perspektiven für Batterien und Brennstoffzellen

Die Chemikerin Andrea Auer untersucht mit ihrem Projekt „NanoELECTRA“ elektrochemische Grenzflächen auf der Nanoskala. Dort laufen jene Reaktionen ab, die unter anderem für Batterien und Brennstoffzellen entscheidend sind.

Auer will mit neuen bildgebenden und spektroskopischen Methoden sichtbar machen, wie Atome, Moleküle und Ionen an diesen Grenzflächen angeordnet sind. Das soll helfen, elektrochemische Prozesse besser zu verstehen und langfristig neue Ansätze für effiziente Energieumwandlung und Energiespeicherung zu entwickeln.

Simon Baier erforscht die Grenze der Quantenwelt

Der Physiker Simon Baier geht mit seinem Projekt „SpinCaT“ einer der großen offenen Fragen der modernen Physik nach: Wo endet die Quantenwelt und wo beginnt die klassische Welt?

Dafür will Baier schwebende Nanodiamanten in kontrollierten Zuständen untersuchen und sogenannte Modelle zum Wellenfunktionskollaps testen. Die Forschung könnte darüber hinaus neue Möglichkeiten für quantengestützte Sensoren eröffnen.

Wie viel Verantwortung tragen Politiker?

Mit einer gesellschaftspolitischen Frage beschäftigt sich der Politikwissenschaftler Fabian Habersack. Sein ERC-Projekt untersucht, wann Politiker tatsächlich für politische Entscheidungen und deren Folgen verantwortlich gemacht werden können.

Habersack und sein Team wollen dafür Vorstellungen politischer Verantwortung in 20 Demokratien weltweit vergleichen. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Frage, wie unterschiedliche Vorstellungen von Verantwortung das Vertrauen in Politik, das Wahlverhalten und die Unterstützung demokratischer Systeme beeinflussen.

Starker Erfolg für den Forschungsstandort Innsbruck

Für die Universität Innsbruck sind die drei ERC Starting Grants ein besonderer Erfolg. Die Auszeichnung ermöglicht den Forschenden, eigene Forschungsprogramme aufzubauen und dafür langfristig Teams und Strukturen zu entwickeln.

Auch die Themen zeigen die wissenschaftliche Breite des Standorts: Energie, Quantenphysik und Demokratie stehen im Mittelpunkt der drei ausgezeichneten Projekte.

Für Tirol ist der Erfolg ein weiteres Signal für die Bedeutung Innsbrucks als international ausgerichteter Wissenschafts- und Forschungsstandort.