Sechs von sieben sind geschafft: Der Steirer Josef Köberl hat als erster Österreicher überhaupt die 42 Kilometer lange Tsugaru-Straße in Japan durchschwommen. Nach zehn Stunden und 25 Minuten erreichte der 49-Jährige Hokkaido. Nach diesem Erfolg fehlt dem Extremschwimmer nur noch der Kaiwi Channel auf Hawaii zur Vollendung der Ocean’s Seven. 

STEIERMARK/GRUNDLSEE. „Ich bin unglaublich stolz, als erster Österreicher diese schwere Querung geschafft zu haben. Die Tsugaru-Straße hat mir heute körperlich alles abverlangt. Aber nach zehn Stunden und 25 Minuten auf Hokkaido anzukommen, war ein unglaublicher Moment“, sagt Josef Köberl. Mit der erfolgreichen Querung hat der gebürtige Grundlseer sechs von sieben Ocean’s-Seven-Strecken absolviert. Nach Ärmelkanal, Straße von Gibraltar, Cook Strait, Nordkanal und Catalina Channel ist nun auch die Tsugaru-Straße fehlt nur noch der Kaiwi Channel zwischen Molokaʻi und Oʻahu auf Hawaii zur Vollendung. 

Schwierige Verhältnisse – Zittern bis zuletzt

Ob Köberl überhaupt starten konnte, galt dabei lange Zeit als unsicher. Wind, Wellengang und die komplexen Strömungsverhältnisse sorgten mehrfach für Verzögerungen. Erst am letzten möglichen Tag seines offiziellen Zeitfensters erhielt der Extremschwimmer grünes Licht von den japanischen Kapitänen. Am 3. Donnerstag, 3. September, um 3.35 Uhr japanischer Ortszeit fiel schließlich der Startschuss in Honshu. Die Tsugaru-Straße erwies sich dabei als der erwartet harte Gegner. Starke Strömungen versetzten Köberl immer wieder, hoher Wellengang erschwerte das Schwimmen und zahlreiche Quallen begleiteten ihn auf der Strecke. 

„Du schwimmst und möchtest natürlich möglichst direkt auf dein Ziel zu. Aber hier funktioniert das nicht. Du musst dem Kapitän vertrauen – auch wenn sich seine Anweisungen im Wasser manchmal völlig falsch anfühlen.“ 
Josef Köberl, Extremschwimmer

Dieses Zusammenspiel habe gut funktioniert und der Kapitän „einen unglaublich guten Weg durch die Tsugaru Straße gefunden“, so Köberl, der die rund 42 Kilometer lange Strecke in rund zehn Stunden und 25 Minuten zurücklegte. 

Letzte Ocean’s-Seven-Querung für 2027 geplant

Der Erfolg in Japan bildet für den Extremschwimmer den Höhepunkt einer außergewöhnlichen Reise beziehungsweise intensiver Wochen. Erst im August hatte er den Catalina Channel vor Kalifornien erfolgreich durchschwommen und damit seine fünfte Ocean’s-Seven-Querung absolviert. Wenige Tage später folgte gemeinsam mit Markus Rogan und anderen Schwimmerinnen und Schwimmern das „Escape from Alcatraz“ in der San Francisco Bay. Danach reiste Köberl direkt weiter nach Japan. Nun fehlt dem Extremschwimmer nur noch der Kaiwi Channel auf Hawaii, dieser steht für 2027 am Programm. „Heute möchte ich noch gar nicht zu viel an Nummer sieben denken. Ich möchte diesen Moment genießen.“