Inhalt / Kritik
Eigentlich spielt Christy Salters (Sydney Sweeney) Basketball und sieht darin ihre sportliche Zukunft. Eher durch Zufall stellt sich jedoch heraus, dass sie auch im Boxen über ein großes Talent verfügt. Davon will sie zunächst nichts wissen. Doch es gelingt dem lokalen Trainer James V. Martin (Ben Foster), sie zu einem Wechsel zu überreden. Er nimmt sie unter seine Fittiche, erst als Manager, später auch als Ehemann. Mit Erfolg: Christy kämpft sich immer weiter nach oben, wird zu einem echten Star. Privat läuft es jedoch weniger gut, die Beziehung mit dem alles kontrollieren wollenden James wird zunehmend schwieriger, zumal die Sportlerin insgeheim Gefühle für Frauen hat. Und auch im Ring warten einige große Prüfungen auf sie …
Die Geschichte einer Kampfmaschine
Filme über Sportler und Sportlerinnen hat es natürlich immer schon gegeben. Inspirierende Geschichten über Leute, die sich nach oben kämpfen, erfreuen sich schließlich großer Beliebtheit. An den Kinokassen zahlte sich das zuletzt aber weniger aus. Während die Tischtennis-Tragikomödie Marty Supreme auch dank des gigantischen Hypes noch recht gut lief, war die Kampfsportler-Biografie The Smashing Machine trotz Dwayne Johnson in der Hauptrolle ein Flop. Und auch That’s Why the Lady Is a Champ ging in den USA gnadenlos unter. Obwohl das Budget hier eigentlich überschaubar war, mit gerade einmal 15 Millionen US-Dollar bewegt man sich am unteren Ende der Skala, wurde das Drama zu einem Verlustgeschäft. Dass die sehr späte hiesige Veröffentlichung etwas an dem Ergebnis ändern wird, dürfte nicht einmal der Verleih glauben.
Dabei hat der Film eigentlich einiges zu erzählen. Da ist zum einen der sportliche Aspekt. Christy Martin, wie die Protagonistin nach ihrer Heirat hieß, war ein echter Star und öffnete vielen anderen Frauen die Tür zu einem Sport, der so gar nicht dem traditionellen Konzept von Weiblichkeit entspricht. Sydney Sweeney, die sonst in Filmen wie Wo die Lüge hinfällt und The Housemaid – Wenn sie wüsste auch wegen ihres Sex-Appeals engagiert wurde, ist als Boxerin dann auch kaum wiederzuerkennen. Sie wird in That’s Why the Lady Is a Champ zu einer ungehobelten Kampfmaschine, die wild auf andere Leute einschlägt – meist mit Fäusten, manchmal auch mit Worten. Technisch versiert ist das weniger, auf seine Weise aber beeindruckend. Und eben erfolgreich, zumindest eine Zeit lang.
Inhaltlich unbefriedigend
Warum jemand wie sie sich aber James dermaßen unterordnet, wird jedoch nie ganz klar. Auch schon die Entscheidung, ihn überhaupt zu heiraten, wird nie schlüssig erzählt. Hat sie Angst vor ihm? Macht sie es aus beruflichen Gründen? Tut sie es, um ihrer konservativen Mutter zu gefallen, die Homosexualität komplett ablehnte? Regisseur und Co-Autor David Michôd (The King, The Rover) interessierte diese Fragen offensichtlich nicht. Wobei das mit der Figurenzeichnung eh so eine Sache ist. Die Protagonistin mag noch recht gut ausgearbeitet sein. Bei einigen Nebenfiguren in That’s Why the Lady Is a Champ verzichtete man jedoch darauf, ihnen irgendwelche Nuancen verleihen zu wollen. Mehr als ein Mittel zum Zweck sind diese Leute nicht.
Das fällt auch deshalb negativ auf, weil der Film mit einer Länge von mehr als 130 Minuten nicht unbedingt kurz ist. Die Laufzeit wurde aber nicht optimal genutzt, zwischendurch zieht sich das alles. Im weiteren Verlauf wird es jedoch interessanter, wenn es um die privaten Abgründe geht, die Ehe immer toxischer wird und der zwischenmenschliche Faktor in den Mittelpunkt rückt. That’s Why the Lady Is a Champ überzeugt dann auch durch die gute Besetzung, die zwar die inhaltlichen Schwächen nicht ganz, aber doch zumindest zum Teil überspielen kann. Das katastrophale Abschneiden an den Kinokassen ist daher schon etwas schade, das Sportdrama hat das so nicht verdient. Der erhoffte Höhepunkt ist das Ergebnis aber auch nicht, dafür ist der Film über weite Strecken zu konventionell und nicht spannend genug.
Credits
OT: „Christy“
Land: USA
Jahr: 2025
Regie: David Michôd
Drehbuch: David Michôd, Mirrah Foulkes
Musik: Antony Partos
Kamera: Germain McMicking
Besetzung: Sydney Sweeney, Katy O’Brian, Merritt Wever, Ben Foster, Ethan Embry, Tony Cavalero, Chad L. Coleman, Jess Gabor
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