Zufrieden zeigte man sich auch über Prognosen bei den Kindern mit Sprachdefiziten. Für den kommenden Sommer wurden überdies Hitzeschutzmaßnahmen angekündigt. Am Montag beginnt für die Wiener Kinder, darunter rund 19.000 Tafelklassler, wieder der Schulalltag. Die Gefahr, dass es zu wenig Pädagoginnen und Pädagogen geben wird, besteht heuer nicht, wurde beteuert.
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Berichte, dass in manchen Schulen etwa klassenführende Lehrkräfte fehlen. Emmerling sah unter anderem Werbemaßnahmen als möglichen Grund für den deutlich größeren Andrang.
Stadt ortet mögliche Trendwende
Der Beruf sei attraktiver geworden, zeigte sie sich überzeugt. Dass dies zugleich bedeute, dass angehenden Lehrern die Arbeitslosigkeit drohe, glauben die Verantwortlichen in Wien nicht. Denn man stelle auch während des Jahres immer wieder neue Lehrkräfte ein, gab Bildungsdirektorin Fuchs zu bedenken. Die aktuelle Entwicklung könne jedenfalls durchaus eine Trendwende darstellen, hofft man.
Eine Trendumkehr ist auch bei den Kindern mit schlechten Deutschkenntnissen, also den sogenannten außerordentlichen Schülerinnen und Schülern, möglich, wie Stadträtin Emmerling ausführte: „Die Zahl dürfte sinken.“ Darauf würden zumindest Prognosen hindeuten. Konkrete Daten werden erst nach Schulbeginn vorliegen. Verantwortlich für die Entwicklung war laut Emmerling unter anderem das Aus für den Familiennachzug.
Wien gehört zu den Städten mit dem höchsten Anteil an Schülern mit Sprachdefiziten. Um dem zu begegnen, sei auch die Deutschförderung intensiviert worden, wurde betont. Es gebe etwa die verpflichtenden Deutschkurse sowie mehr entsprechende Angebote für Kinder, die vor dem Schuleintritt stehen. Emmerling verwies auch auf den Chancenbonus, durch den belastete Schulen besonders unterstützt werden. Wien habe dadurch vom Bund mehr Ressourcen erhalten, bekräftigte sie.
Hitzeschutzmaßnahmen für nächsten Sommer angekündigt
Zusätzliche Maßnahmen wird es auch beim Hitzeschutz geben. Denn dieser werde zwar in Neubauten bereits berücksichtigt, in älteren Schulen gebe es hier aber Nachholbedarf, erklärte die Ressortchefin. Darum würden nun entsprechende Schritte gesetzt. „Der Einsatz mobiler Klimageräte und Ventilatoren muss einfacher werden“, hob sie hervor. Auch das nächtliche Lüften wird unter Einhaltung bestimmter Sicherheitsvorkehrungen erlaubt. Im kommenden Schuljahr werde es damit zu deutlichen Erleichterungen für Schüler und Personal kommen, versprach sie.
Von ihrem Wunsch, das Schuljahr künftig früher enden zu lassen, rückte sie ebenfalls nicht ab. Sie werde auch mit den anderen Bundesländern über eine Vorverlegung der Sommerferien sprechen, nämlich bei der demnächst stattfindenden Bildungsreferentenkonferenz, berichtete sie. Ein früherer Ferientermin wäre laut Emmerling sinnvoll, weil Ende August die Nächte bereits wieder länger und damit nicht mehr so heiß sind. Das würde Kühlmaßnahmen generell erleichtern, ist sie überzeugt.
In den Kindergärten fehlt noch Personal
Im Gegensatz zur Schule fehlen in den Kindergärten noch Kräfte. Trotzdem halte man an der neuen Regelung fest, dass die Ganztages-Betreuung bleibt, auch wenn Eltern oder Erziehungsberechtigte in Karenz gehen oder von Jobverlust betroffen sind. Dazu sollen die Kindergartengruppen über die kommenden Jahre verkleinert werden. Ab 2028 sollen sie über 10 Jahre hinweg alle zwei Jahre um ein Kind kleiner werden.