Mit März angekündigt, erhielt die Anlage zur Tempoüberwachung erst kürzlich grünes Licht. Tempo 60 auf der Autobahn galt aber von Anfang an.

Seit März wird auf der A 9 zwischen Graz-Webling und dem Schwarzlsee eifrig gearbeitet: Der Autobahnabschnitt mit bis zu 80.000 Kfz täglich wird generalsaniert, 65 Millionen Euro fließen in das zweijährige Projekt. Von Anfang an angekündigt war eine permanente Tempokontrolle durch Section-Control im Baustellenabschnitt. Der 60er dort ist gültig, Überschreitungen werden geahndet, nur die Section Control ist bisher nicht scharf. Das soll aber bald geschehen.

Mit 18 Messgeräten für „eine elektronische Überwachung der Durchschnittsgeschwindigkeit“ zwischen Graz-Webling und Schwarzlsee zählt diese Anlage zu den komplexesten, die bisher in Österreich eingerichtet wurden. Bevor auf einem Autobahnabschnitt derart gemessen werden darf, müssen Fragen des Bedarfs (anhand von Unfallstatistiken und zusätzlichen Tempomessungen) und der Sicherheit (für Baustellenarbeiter und Verkehrsteilnehmer) geklärt sein. Auch Verkehrsflüsse, Straßenbreiten, Abfahrten, Bauphasen, … spielen eine Rolle.

Im Mai aufgestellt

Im aktuellen Fall hat man bei der Asfinag die Messstellen im Mai aufgestellt, aber nicht aktiviert. Anträge und Gutachten waren zu erstellen. Zu Juniende übermittelte das Verkehrsministerium der steirischen Verkehrsbehörde die Anträge. Grünes Licht vom Land gab es am 1. September.

Unterwegs im Baustellenabschnitt auf der A 9 in Richtung Schwarzlsee © KLZUnterwegs im Baustellenabschnitt auf der A 9 in Richtung Schwarzlsee

Somit blieb (auch) während der starken Reisesaison im Baustellenabschnitt die permanente Kontrolle aus. Nun sind „nur“ noch die Verordnung des Bundes, die Eichung der Geräte, eine Überwachungsanordnung an die Polizei und die Information an die Bezirksbehörden ausständig. Tempo 60 ist aber seit Baustart gültig. Wer schneller fährt und in eine Geschwindigkeitskontrolle der Polizei gerät, der zahlt.

Verkehrssicherheit

Der Aufwand sei es wert, heißt es bei der Asfinag. Tenor: Section-Control-Anlagen seien in puncto „Verkehrssicherheit das allerbeste Mittel, vor allem auf Strecken mit dieser hohen Verkehrsfrequenz und bei Baustellen dieser Größenordnung“. Nachdem die Großbaustelle erst im Laufe von 2027 beendet sein wird, ist die Section-Control wichtig.

Warum das aus Sicht Außenstehender so lange dauert, erläuert man im Ressort von Verkehrslandesrätin Claudia Holzer mit dem aufwendigen Verfahren. Allein die Messungen durch die Polizei dauern eine gewisse Zeit. Der zuständige Sachverständige sei außerdem mit weiteren Aufgaben (wie der Verkehrsführung der Österreich-Radrundfahrt „Tour of Austria“) befasst gewesen. Nicht zu vergessen: die Urlaubszeit, auch bei der Asfinag.