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Wer mit dem Zug durch Deutschland reist, landet im Europa-Vergleich oft an Bahnhöfen mit schlechten Noten. Besonders hart trifft es jetzt Bremen: Der Hauptbahnhof belegt im neuen „European Railway Station Index 2026“ den letzten Platz unter 60 bewerteten Bahnhöfen in Europa.
Mit nur 47 von 118 möglichen Punkten ist Bremen das Schlusslicht des Rankings, wie TRAVELBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet. Als Gründe nennt die Untersuchung des US-amerikanischen Consumer Choice Center wenig Angebote für Reisende und einen unzuverlässigen Betrieb. Laut Index waren 62,9 Prozent der Züge verspätet, die durchschnittliche Wartezeit lag bei 20,7 Minuten. Bereits 2025 hatte der Bremer Hauptbahnhof zu den schwächsten Europas gehört, damals jedoch noch auf Rang 46 von 50.
Viele deutsche Bahnhöfe weit hinten
Bremen ist kein Einzelfall. Unter den zehn schlechtesten Bahnhöfen Europas finden sich gleich mehrere deutsche Standorte. Berlin Gesundbrunnen, Essen Hauptbahnhof, Stuttgart Hauptbahnhof, München Ostbahnhof, Dortmund Hauptbahnhof und sogar München Hauptbahnhof liegen im hinteren Bereich der Liste.
Der im Vorjahr letztplatzierte Bahnhof Berlin Gesundbrunnen konnte sich zwar etwas verbessern, bleibt aber weiterhin in den „Flop 10“. Die Autoren des Index verweisen auf grundlegende Probleme im deutschen Bahnnetz. Genannt werden unter anderem ein schlechter Zustand der Infrastruktur, Kapazitätsengpässe und umfangreiche Bauarbeiten.
Auch die aktuellen Zahlen der Deutschen Bahn zeigen die angespannte Lage: Im ersten Halbjahr 2026 lag die Pünktlichkeit im Schienenpersonenverkehr bei 87,5 Prozent, im Fernverkehr bei 58,7 Prozent.
Zürich bleibt Europas Spitzenreiter
An der Spitze des Rankings steht erneut der Zürcher Hauptbahnhof. Mit 101 Punkten verteidigt er Platz eins knapp vor dem Pariser Gare du Nord mit 100,5 Punkten. Besonders stark schneidet Zürich bei der Pünktlichkeit ab: Nur vier Prozent der Züge waren verspätet, die durchschnittliche Wartezeit betrug 1,2 Minuten.
Bewertet wurden unter anderem Ticketkauf, Serviceangebote, WLAN, Barrierefreiheit, Netzanbindung und Mitfahrmöglichkeiten. Die Autoren betonen jedoch selbst, dass die Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden sollten, da Daten aus verschiedenen Ländern stammen und nicht überall nach denselben Methoden erhoben wurden. Zudem sind Pünktlichkeitswerte international nur eingeschränkt vergleichbar.