Eine Person legt ein Handy vor einem Bildschirm ab (Quelle: imago images/M.Ossowski/S.Simon

Stand: 04.09.2026 • 17:39 Uhr

Nach dem Hackerangriff auf die Berliner Landesverwaltung haben Cyberkriminelle etliche gestohlene Daten im Internet zum Herunterladen veröffentlicht. Zuvor war ein Ultimatum abgelaufen.

Nach Hackerangriff in Berlin wurden Daten veröffentlicht
Täter hatten Land Berlin Ultimatum bis Freitag gesetzt, Geld zu zahlen
Senat bekäftigte mehrfach, sich nicht erpressen lassen zu wollen
Nach bisherigen Informationen 1,4 Millionen Daten in mehreren Paketen im Darknet

Nach Ablauf eines Ultimatums haben die Hacker, die sich Zugang zum Berliner Landesnetz verschafft hatten, Daten zum Download veröffentlicht. Das gab die Hackergruppe Rhysida am Freitagnachmittag auf ihrer Webseite im Darknet bekannt. Nach rbb-Informationen wurden rund 1,4 Milllionen Daten in mehreren Paketen zugänglich gemacht.

Beschaffenheit der Daten noch unklar

„Viel Vergnügen, Datenjäger“, schrieb die Gruppe dazu auf ihrer Darknet-Seite. Nachdem der Link zunächst eine Fehlermeldung generiert hatte, sind nach rbb-Informationen inzwischen zahlreiche Ordner zu sehen. Demnach sollen sich darunter Arbeitszeugnisse, Ausschreibungen, Beurteilungen von Mitarbeitenden und deren Personalakten befinden. Darüber berichtete auch der „Tagesspiegel„. Überprüfen ließen sich die Angaben zunächst allerdings nicht. Ob es sich um die gesamte Menge der Anfang August gestohlenen Daten handelt, ist ebenfalls unklar. Experten hatten gewarnt, dass die Hacker sensible Daten verkaufen könnten.

Senatssprecherin: Täter verlangten zwei Millionen Euro

Die Daten waren Mitte August bei einem Angriff auf das Berliner Landesnetz erbeutet worden – also das Netzwerk der Berliner Verwaltung. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bestätigte in der vergangenen Woche, dass Berlin nach dem Datendiebstahl erpresst werde. Wie die Senatskanzlei mitteilte, verlangten die Erpresser 30 Bitcoin, was rund zwei Millionen Euro entspricht. Vonseiten des Senats wurde mehrfach bekräftigt, dass das Land nicht zahlen wolle. „Es muss davon ausgegangen werden, dass die Daten im Anschluss weiterveräußert oder ganz oder in Teilen veröffentlicht werden“, hatte Senatssprecherin Christine Richter der Deutschen Presse-Agentur (DPA) gesagt. Nach Wissen des Senats handele es sich bei den Tätern um eine hochprofessionelle Gruppierung, die mit diversen Cyberattacken auf Ziele in Nord- und Südeuropa, Deutschland und den USA in den vergangenen Jahren in Verbindung gebracht werde. „Erkenntnisse über Verbindungen nach Russland oder gar dem russischen Staat liegen nicht vor, können aber auch nicht ausgeschlossen werden.“

Sendung: Fritz vom rbb, 03.09.2026, 18:30 Uhr Audio: Fritz vom rbb, 03.09.2026, Jonathan Penschek

Rundfunk Berlin-Brandenburg