Das Bühnencomeback von Céline Dion folgt einem Trend, bei dem die Fans zu Musikerinnen und Musikern reisen und nicht umgekehrt.
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Ihr letzter Auftritt ist schon über zwei Jahre her. An der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris im Juli 2024 sang Céline Dion «L’Hymne à l’amour» von Edith Piaf. Ihr letztes reguläres Konzert gab Dion am 8. März 2020 in den USA. Wegen der Covid-19-Pandemie und ihrer Erkrankung am Stiff-Person-Syndrom wurde die Welttournee dann abgesagt.
Nun also tritt die kanadische Sängerin am Samstag, 12. September, zum ersten Mal nach über sechs Jahren wieder vor grossem Publikum auf. Insgesamt 26 Konzerten singt die 58-Jährige – immer am gleichen Ort in Paris.
Ein Ort, viele Konzerte
Solch sogenannte Residency-Konzerte sind immer mehr im Trend, sagt SRF-Musik-Redaktor Shimun Krausz: «Sie haben noch nicht die ganze Welt erfasst hat, aber sie sind salonfähig geworden. Lustigerweise ist ja Céline Dion quasi die Erfinderin der modernen Residency-Konzerte.»
Von Elvis bis Britney Spears – die Geschichte der Residencies
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Legende:
Elvis, 1972 in Las Vegas.
AP Photo, file
Der Pianist und Sänger Liberace begann 1944, in Las Vegas aufzutreten. Er spiele erste wiederkehrende Shows.
In den 1950er- und 1960er-Jahren spielte die Band Rat Pack um Frank Sinatra zahlreiche Konzerte in Las Vegas. Ab 1969 trat Elvis Presley in über 600 Konzerten in der Wüstenstadt auf.
Céline Dion startete 2003 die moderne Ära mit einer legendären Konzertreihe «A New Day…» im Caesars Palace von Las Vegas. Bis 2007 spielte sie 714 Konzerte. Von 2011 bis 2019 trat Dion mit «Céline» nochmals an 427 Konzerten auf. Die beiden Konzertreihen zogen über 4.5 Mio. Besucher an.
Mit Britney Spears‘ Konzertreihe «Peace of Me» von 2013 bis 2017 wurden die Residency-Konzerte auch für globale Megastars zum Thema. So spielte beispielsweise Bruce Springsteen 2017/2018 über 230 Konzerte am Broadway in New York.
Die Sängerin Adele sang im August 2024 zehn Konzerte in der Messe München. Und Sänger Harry Styles gibt vom 1. September bis Ende Oktober 30 Konzerte in der legendären New Yorker Konzerthalle Madison Square Garden.
Für Künstlerinnen und Künstler hätten mehrere Konzerte am gleichen Ort Vorteile. Damit entfalle das Reisen, sagt Krausz: «Es ist für den Künstler natürlich viel angenehmer und weniger kräftezehrend, immer am gleichen Ort zu sein. Man hat mehr oder weniger einen geregelten Tagesablauf. Wie ein Bürojob – halt einfach am Abend.»
Residency-Konzerte sind für Musikerinnen und Musiker günstiger…
Zudem koste es weniger, wenn mehrere Konzerte am gleichen Ort stattfänden. Man müsse die Technik nicht zusammenpacken und mit Trucks in die nächste Stadt fahren und wieder alles auspacken. «Wenn Künstlerinnen und Künstler eine Residency machen, dann wissen sie genau, wie es jeden Abend aussieht. Das ist nicht nur bequem, sondern auch ein grosser finanzieller Vorteil.»
Legende:
Das Residency-Konzert von Adele fand in München im August 2024 statt.
imago images
Allerdings könne nicht jeder Künstler solche Residencies machen, sagt Kausz: «Man braucht schon eine grosse Fangemeinde, damit genug Leute bereit sind, zu einem Konzert zu reisen. Und sie müssen viele grosse Songs und Alben veröffentlicht haben, also Musiklegenden sein, die die Fans einfach noch mal sehen wollen.»
… für Fans jedoch einiges teurer
Für die Künstlerinnen und Künstler sind Konzertreihen am gleichen Ort bequem, für die Fans weniger. Denn sie müssen neben den Konzerttickets oft auch die Anreise und die Übernachtung bezahlen.
Legende:
Zwischen 2003 und 2019 hatte Céline Dion schon einmal eine Residency – und zwar im Hotel Ceasars Palace in Las Vegas.
Photo by Al Powers/Powers Imagery/Invision/AP
Viele Fans würden diese Kosten jedoch auf sich nehmen, so der SRF-Musikredaktor: «Aber vielleicht besuchen sie dann halt ein paar Konzerte weniger. Es werden sicher auch Fans ausgeschlossen, weil sie sich die teure Reise nicht leisten können.»
Solange diese Residencies aber ausverkauft seien, solange werde es sie auch geben. Und vielleicht auch noch ein paar zusätzliche.