Neun Tage nach der verheerenden Sturzflut in Nepal sind zwei Männer lebend aus dem Tunnel eines Wasserkraftwerks gerettet worden. Bei den Überlebenden handle es sich um zwei Mitarbeiter eines Kraftwerks am Fluss Trishuli, teilte das Büro von Energieminister Biraj Bhakta Shrestha am Freitag mit. Einer der beiden Männer könne seine Arme und Beine nicht bewegen, die Verletzungen des anderen Mannes seien nicht kritisch, hieß es gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Der 30-jährige und der 45-jährige Arbeiter sollen in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Kathmandu gebracht werden. Auch der Betreiber der Anlage Trishuli 3A bestätigte die Rettung.
Von den Behörden veröffentlichte Videos zeigten, wie einer der Geretteten unter dem Jubel von Umstehenden aus einem Erdloch gezogen und auf eine Trage gelegt wurde. Der zweite Überlebende wurde mit schlammbedecktem Gesicht auf dem Rücken eines Helfers zu einem Zelt getragen. Er sagte der Zeitung Kathmandu Post, er habe in der Dunkelheit gebetet. Er vermute, dass noch drei oder vier weitere Menschen in dem Tunnel am Leben sein könnten. Die Behörden gehen davon aus, dass insgesamt mindestens 900 Menschen in Tunnelanlagen von sechs Wasserkraftwerken entlang des Flusses Trishuli eingeschlossen wurden.
Die beiden Arbeiter wurden in ein Krankenhaus gebracht.
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Seit der Jahrhundertwende verzeichnet Nepal einen Boom bei Wasserkraftwerken. Das von großer Armut geprägte Himalaya-Land mit rund 30 Millionen Einwohnern will seine Wasserressourcen nutzen, um die chronische Stromknappheit zu beheben und womöglich auch Elektrizität an den südlichen Nachbarn Indien zu verkaufen.
An der Suche nach weiteren Überlebenden beteiligen sich neben der nepalesischen Armee und Polizei auch Experten aus Indien, Südkorea, China und Australien. Unter den Vermissten sind den Angaben zufolge auch mindestens 583 Ausländer, darunter viele Pilger und Wanderer.
Der Schaden im Katastrophengebiet ist enorm.
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Die Katastrophe hat in der gesamten Region massive Zerstörungen angerichtet. In den überfluteten Gebieten müssten rund 20.000 Häuser wiederaufgebaut werden, erklärte der Chef der nationalen Katastrophenschutzbehörde, Dharma Raj Upreti. Davon seien mindestens 7500 vollständig zerstört worden. Die Sach- und Infrastrukturschäden belaufe sich auf umgerechnet etwa 2,6 Milliarden Dollar (2,24 Milliarden Euro). (APA)