Wie zuvor zwischen dem FC Blau-Weiß Linz und Wacker Innsbruck (2:3) kam es auch in Maxglan zwischen Austria Salzburg und 2. Liga-Konkurrent First Vienna FC 1894 zu einem Duell, das es zuvor an gleicher Wirkungstätte vor vier Wochen in Runde 2 der Meisterschaft gab. Auch hier gewann die Heimelf damals mit einem Drei-Tore-Vorsprung (4:1). Und wie in der Stahlstadt drehten auch hier die Gäste diesmal den Spieß um. Gegen die personell derzeit gebeutelten Violetten, bei denen vorzeitig auch noch Kapitän Luca Meisl verletzt ausschied, sorgte Marte für Gäste-Führung (29.), Ungar (51.), Anselm (70.) und Zimmermann (90.) trafen zum 4:0-Endstand.

Das hatten sich Routinier Christian Gebauer und die Violetten aus Salzburg sicher anders vorgestellt. Nach dem 4:1-Heimsieg in der 2. Liga vor vier Wochen gegen die Vienna, gab es heute im ÖFB-Cup in Runde 2 in Maxglan eine herbe 0:4-Niederlage gegen die Döblinger und damit das Aus im Bewerb.

Erste Halbzeit: Vienna dominiert, Salzburg ohne Fortune

Der First Vienna FC 1894 startete selbstbewusst in die Partie und machte von Beginn an Druck. Nach 29 Minuten brachte Raul Marte die Gäste mit einem präzisen Schuss aus der Distanz in Führung.

Die Defensive von Austria Salzburg war zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage, den Ball aus der Gefahrenzone zu klären, und der 24-jährige Außenverteidiger nutzte die Gelegenheit eiskalt. Die Gastgeber hatten zwar die Chance auf den Ausgleich, als Christian Huetz knapp am Pfosten vorbeischoss, doch es blieb beim 0:1 zur Pause.

Zweite Halbzeit: Vienna baut Führung aus, Salzburg ohne Antwort

Nach dem Seitenwechsel setzte sich das Bild der ersten Halbzeit fort. Die Wiener um Neo-Cheftrainer Patrick Enengl agierten weiterhin druckvoll und nutzten ihre Chancen effizient. In der 51. Minute erhöhte David Ungar auf 2:0, nachdem die Abwehr der Salzburger erneut nicht klären konnte.

Kurz darauf, in der 70. Minute, sorgte Stürmer Tobias Aselm mit einem schnellen Konter für das 3:0. Die Gastgeber wirkten zunehmend unsicher und fanden in der Offensive kaum statt. Den Schlusspunkt setzte Angreifer Bernhard Zimmermann in der 90. Minute mit seinem Treffer zum 4:0, der die Überlegenheit der Wiener an diesem Tag unterstrich.

Austria Salzburg kassierte in dieser Saison im dritten Pflichtspiel in Maxglan nach zwei Siegen zuvor die erste Heimniederlage und zeigte in der zweiten Halbzeit eine schwache Leistung. Das Team von Cheftrainer Christian Schaider konnte dem Spiel keine entscheidende Wende mehr geben. Während die Enengl-Elf ihren Siegeslauf fortsetzte und bewerbsübergreifend den dritten Zu-null-Sieg bejubelt.

„Dann verlieren wir unseren Kapitän nach 30 Minuten, was mit Sicherheit ein Schock war“

Christian Schaider, Cheftrainer SV Austria Salzburg:

„Das Spiel verlief maximal unglücklich für uns. Wir sind gut in die Partie reingestartet und machen leider die zwei Chancen auf das Führungstor nicht. Danach war es ein ausgeglichenes Spiel bis zum ersten Gegentor. Das ist dann auch ein 1000-Gulden-Schuss, den man zwar vor dem Sechzehner besser verteidigen kann, aber den trifft der Torschütze auch überragend. Dann verlieren wir unseren Kapitän nach 30 Minuten, was mit Sicherheit ein Schock für die Mannschaft war.

Wir raffen uns dann aber wieder auf und haben kurze vor der Halbzeitpause erneut eine Toptorchance, die wir wieder nicht nutzen. In die zweite Halbzeit gehen wir mit viel Elan, doch kriegen dann das zweite Gegentor und haben danach gleich wieder Torchancen. Und dann hat die Vienna einfach auch eine gnadenlose Qualität und spielt das souverän runter. Sie können Spieler bringen, die Riesenqualität haben. Die letzten 25 Minuten war es dann auch verdient, dass die Vienna eine Runde weiter gekommen ist.“

„Ich bin guter Dinge, dass wir uns am nächsten Samstag rehabilitieren werden“

Zur Verletzung von Luca Meisl und der immer dünner werdenden Spielerdecke:

„Wir hatten nurmehr vier Feldspieler und einen Torwart auf der Bank. Wir haben den Moritz Eder heute schonen müssen, weil er bisher jedes Spiel 90 Minuten durchgespielt hat und auch Blessuren hat. Dennis Kahrimanovic ist mit Sicherheit nicht bei 100 Prozent.

Den müssen wir dennoch reinwerfen. Aber die Jungs geben alles und das hat man heute auch wieder gesehen. Am Ende des Tages hat es heute nicht gereicht, aber ich bin guter Dinge, dass wir uns rehabilitieren werden am nächsten Samstag.“

Denis Kahrimanovic, Mittelfeldspieler SV Austria Salzburg:

„Das Ergebnis ist deutlich zu hoch. Wir gehen mit einem 0:1-Rückstand in die Halbzeitpause, nachdem ein Schuss ins Kreuzeck ging und wir zuvor zwei super Chancen hatten, wo wir in Führung gehen müssen. In der zweiten Halbzeit laden wir den Gegner viel zu oft ein und verlieren die Bälle zu einfach. Sie sind halt im umschalten gut und haben die Qualität. Dass wir das Spiel dann mit 0:4 verlieren, ist natürlich bitter und das darf auch nicht passieren.“

Zu seiner Blessur?

„Mir geht es besser. Ich habe seit drei, vier Wochen eine Sehnenentzündung. Das ist immer etwas schmerzhaft, wenn ich da einen Schlag drauf bekomme.“

Zur Meisl-Verletzung: „…das wäre der Wahnsinn“

Roland Kirchler, Sportdirektor SV Austria Salzburg:

„Es ist wirklich derzeit eine einzigartig Verletzungsserie, die wir da haben. Ich hoffe, dass der Luca nichts hat. Nochmal danke an das Institut hier, die wirklich innerhalb von einer Stunde den Luca reingeschoben haben. Wir wissen dann in zwei, drei Stunden, was mit dem Knie passiert ist. Wir hoffen nicht, dass was mit seiner alten Verletzung am Kreuzband ist, weil das wäre der Wahnsinn.

Irgendwann geht uns bei so viel Verletzungspech die Idee aus. Wir haben gesagt, dass wir das mit unseren jungen Spielern irgendwie durchziehen und wollen ihnen auch die Chance geben. Aber wenn jetzt dann bei jedem Spiel ein Routinier wegbricht, dann wird es irgendwann einmal gefährlich.

AUFSTELLUNGEN und SPIELFILM im Ligaportal-LIVETICKER

Fotocredit: Austria Salzburg/Stefan Schubert