Das parlamentarische Gremium des Fürstentums Liechtenstein hat einer Gesetzesinitiative zur Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs bis zur zwölften Woche zugestimmt. Die Entscheidung fiel mit einer Mehrheit von 13 zu 12 Stimmen, nachdem ein Antrag auf Durchführung einer Volksabstimmung zuvor mit gleichem Stimmenverhältnis abgelehnt worden war.
Mit einem eindringlichen Appell an die moralische Verantwortung von Politikern hat Bischof Benno Elbs am Donnerstag die Eröffnung des liechtensteinischen Landtags begleitet. In der …
Mario Galgano – Vatikanstadt
Die Gesetzesvorlage geht auf eine Volksinitiative zurück, die mit knapp 5.000 Unterschriften eingereicht wurde. Über das Inkrafttreten der Neuregelung entscheidet das Staatsoberhaupt Erbprinz Alois, dem verfassungsrechtlich ein Veto zusteht und der eine Verabschiedung des Gesetzes bislang stets ablehnte.
Im Vorfeld der parlamentarischen Beratung äußerte sich Benno Elbs, Apostolischer Administrator des Erzbistums Vaduz, zur Debatte um den Schwangerschaftsabbruch. Elbs hob den Standpunkt der katholischen Kirche hervor, wonach das menschliche Leben mit der Befruchtung beginnt und bis zum natürlichen Tod einen unbedingten Schutzanspruch besitzt. Er verwies dabei auf die Äußerungen von Johannes Paul II. anlässlich dessen Besuchs im Fürstentum im Jahr 1985 bezüglich des Lebensrechts ungeborener Kinder.
Ausweitung konkreter Hilfsangebote
Zugleich forderte Elbs eine Ausweitung konkreter Hilfsangebote für Schwangere und Familien in Notlagen. Lebensschutz setze eine tragfähige soziale Infrastruktur, Beratung sowie finanzielle Unterstützung voraus, um Betroffenen eine Entscheidung für das Kind zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang würdigte er das Engagement der Sophie von Liechtenstein Stiftung für Familien in herausfordernden Situationen.
Elbs äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen im Land, da Liechtenstein über keine eigene Geburtenstation verfügt. Vor diesem Hintergrund regte er eine sachliche und von gegenseitigem Respekt geprägte Diskussionskultur an, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt bei dieser Thematik zu wahren.
(pm/vatican news)