Drohnen, Sabotage, Propaganda

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Aktualisiert am 05.09.2026, 06:14 Uhr

Einsatzkräfte der Polizei suchen ein Feld am Flughafen Leipzig/Halle nach Spuren ab. Der Drohnenvorfall dort ist eines der deutlichsten Beispiele für hybride Kriegsführung.
© picture alliance/dpa/Hendrik Schmidt

Spätestens seit der Drohnen-Attacke am Flughafen Leipzig/Halle sprechen alle vom „hybriden Krieg“. Was ist damit gemeint? Und was hat das mit Russland zu tun?

Vor ziemlich genau einem Jahr hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen Satz gesagt, der auf den ersten Blick widersprüchlich klingt: „Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind auch nicht mehr im Frieden.“ Der Bundeskanzler umschrieb damit ein Phänomen, das gerade in aller Munde ist: den hybriden Krieg.

Nur ein Beispiel: „Lassen Sie mich deutlich machen: Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung“, formulierte es Innenminister Alexander Dobrindt (CDU) vor wenigen Tagen auf einer Pressekonferenz. Auf der hatte die Bundesregierung Russland offiziell für den versuchten Drohnenangriff am Flughafen Leipzig/Halle vom 4. August verantwortlich gemacht.

Und damit sind wir mittendrin, in einem komplexen Phänomen, das hier so einfach wie möglich erklärt werden soll.

Wo kann das noch hinführen?

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Was passiert in einem hybriden Krieg?

Hybrid heißt so viel wie gemischt, aus unterschiedlichen Teilen bestehend. Unter hybrider Kriegsführung versteht man eine Strategie, bei der verschiedene militärische und nichtmilitärische Mittel kombiniert werden.

Anders als bei einem offenen Krieg kommen keine Panzer, Bomben oder Bodentruppen zum Einsatz. Das Ziel ist nicht, dem Gegner maximalen Schaden zuzufügen. Vielmehr setzt man immer wieder Nadelstiche. Dass die Grenze zwischen Krieg und Frieden unscharf bleibt, ist dabei gewollt.

Zu den militärischen Mitteln der hybriden Kriegsführung gehört in erster Linie der Einsatz von Drohnen – wie eben am Flughafen Leipzig/Halle. Dort war auf einer Start- und Landebahn eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt worden.

In hybriden Kriegen wird aber auch mit Desinformation und Propaganda gearbeitet, häufig in sozialen Netzwerken. Ebenfalls oft zu beobachten: Cyberangriffe auf wichtige Unternehmen, Behörden, Krankenhäuser oder Universitäten.

Oder Sabotage an wichtiger Infrastruktur wie Kraftwerken, Bahngleisen, Pipelines – oder eben Flughäfen.

Wer führt die Angriffe aus?

Nicht immer gelingt es den angegriffenen Staaten, herauszufinden, wer die Tat ausgeführt hat. Anders als im klassischen Krieg gibt sich der Angreifer nicht einfach zu erkennen.

Schnappt die Polizei den Täter, handelt es sich oft um Kleinkriminelle. Experten sprechen auch von „Wegwerfagenten“ – für eine Aktion angeheuert, dann fallengelassen.

So kommt es, dass hybride Kriege für die Angreifer vergleichsweise billig sind: kein teures Gerät, kein Sold für zehntausende Soldaten. Stattdessen billiges Personal oder einfach eine Künstliche Intelligenz, die im Internet massenhaft Falschinformationen verbreitet.

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Was ist das Ziel eines hybriden Krieges?

So vielfältig die Methoden und Akteure sind – das Ziel lässt sich mit einem Wort beschreiben: Angst.

Es geht darum, Menschen zu verunsichern und die Gesellschaft zu spalten. Misstrauen gegenüber dem politischen System und der Regierung wird geschürt. Der Feind soll destabilisiert werden.

Wer steckt dahinter?

Im Fall des hybriden Krieges, in dem Deutschland steckt, ist seit Jahren klar, wer der Aggressor ist: Russland. Neu ist, dass die Bundesregierung das auf einen konkreten Angriff bezogen auch klar sagt – und daraus Konsequenzen zieht. Das hat sie mit Blick auf den Sprengstoffanschlag am Flughafen Leipzig/Halle erstmals getan.

Oft ist auch von einem hybriden Krieg Russlands gegen den Westen die Rede. Denn andere westliche Staaten erleben das Gleiche. Stark betroffen sind Länder in Russlands Nachbarschaft: Polen, Moldau, die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Aber auch die Ostsee-Anrainer Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen.

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Und Deutschland. „Deutschland steht als Schlüsselstaat des westlichen Bündnisses sowie als wichtiger Unterstützer der Ukraine besonders im Fadenkreuz der hybriden Kriegsführung Russlands“, erklärt der Sicherheitsexperte Edmund Ratka in einem Interview mit der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 stilisiere Präsident Wladimir Putin den Konflikt „zu einer existenziellen Auseinandersetzung der ‚Russischen Welt‘ mit dem Westen und gerade mit den europäischen Unterstützern der Ukraine“, so Ratka.

„Damit formuliert Moskau zudem einen imperialistischen Machtanspruch in seiner Nachbarschaft, vor allem mit Blick auf das Gebiet der ehemaligen Sowjetrepubliken, das neben der Ukraine auch das Baltikum einschließt, also drei Mitgliedstaaten von EU und NATO.“

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Welche konkreten Beispiele für den hybriden Krieg Russlands gibt es?

Der hybride Krieg Russlands gegen den Westen hat aus Sicht vieler Experten schon 2014 begonnen, nach der Annexion der Krim. Mit dem Ukraine-Krieg haben die Angriffe deutlich zugenommen.

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