Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte die Iraner zuvor dazu aufgerufen, sich gegen ihre Regierung aufzulehnen. Israel und die USA führten „einen historischen Krieg für die Freiheit“, hieß es in einem offenen Brief. „Dies ist eine einmalige Gelegenheit für euch, das Regime der Ajatollahs zu stürzen und eure Freiheit zu erlangen.“ Das iranische Volk habe um Hilfe gebeten, „und die Hilfe ist angekommen“.

Auch US-Präsident Donald Trump hat die Iraner bereits mehrfach ermuntert, die amerikanisch-israelischen Angriffe als Chance zu nutzen, um die Führung in Teheran zu stürzen.

Angesichts der gestiegenen Energiepreise im Zuge des Iran-Krieges hat die Internationale Energie-Agentur (IEA) dem „Wall Street Journal“ zufolge die größte Freigabe von Notfall-Ölvorräten in seiner Geschichte vorgeschlagen. Die Freigabe würde die 182 Millionen Barrel übertreffen, die die IEA-Mitgliedstaaten 2022 nach der russischen Invasion der Ukraine auf den Markt gebracht hatten, berichtete die US-Zeitung am Dienstagabend unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Beamte.

Der Vorschlag sei bei einer Sondersitzung der 32 IEA-Mitglieder am Dienstag unterbreitet worden, berichtete das „Wall Street Journal“. Eine Entscheidung werde für Mittwoch erwartet.

Die IEA und auch die EU verpflichten ihre Mitglieder, ständig Ölbestände vorzuhalten, die mindestens 90 Tagen ihrer Netto-Importe entsprechen. Seit Gründung der IEA 1974 gab es fünf koordinierte Freigaben: vor dem zweiten Golfkrieg 1991, nach den Hurrikanen Katrina und Rita 2005, während des Bürgerkriegs in Libyen 2011 und zweimal nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022.

Einwohner Teherans berichten von den bislang schwersten Luftangriffen
des Krieges. „Es war die Hölle“, sagt ein Anwohner der Nachrichtenagentur Reuters. Im
Osten der Stadt seien zwei fünfstöckige Wohnhäuser getroffen worden. Der UN-Botschafter des Iran spricht von mehr als 1.300 getöteten Zivilisten und fast 8.000 zerstörten Häusern seit Kriegsbeginn. Bei iranischen Angriffen auf Israel wurden demnach zudem zwölf Menschen getötet

Die iranischen Streitkräfte haben Israel und die Golfstaaten erneut mit Raketen und Drohnen angegriffen. In Israel wurden die Raketen entweder abgefangen oder trafen unbewohnte Gebiete, wie die Zeitung „The Times of Israel“ berichtete. Die den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim sprach von der heftigsten Angriffswelle seit Beginn des Krieges.

Das saudi-arabische Verteidigungsministerium teilte mit, in verschiedenen Regionen des Landes seien sieben ballistische Raketen und sieben Drohnen abgefangen worden. Auch in Bahrain wurde Luftalarm ausgelöst.

Nach israelischen Medienberichten hat eine aus dem Libanon abgefeuerte Rakete eine Satellitenstation tief im Inneren Israels getroffen. Der TV-Sender N12 veröffentlichte ein dramatisches Dashcam-Video, das den Moment des Einschlags bei dem Angriff am Montag zeigt. Den Berichten zufolge wurde eine Station des europäischen Satellitenbetreibers SES in Emek Haela in der Nähe der Stadt Beit Schemesch westlich von Jerusalem getroffen.