Haag – Der vormalige ÖVP-Klubchef August Wöginger wurde am Samstag bei einem Bundestag in Haag mit 95,9 Prozent der Delegiertenstimmen als Vorsitzender des ÖAAB wiedergewählt. Wöginger steht dem Arbeitnehmer-Bund der Volkspartei seit 2016 vor.

In seiner Rede am Bundestag attackierte der AAB-Chef vor allem die FPÖ und deren Beziehungen zu den Identitären. Letztere verwendeten Begriffe wie „Arierknochen“ und „Schädelvermessungen“. Diese Wörter stammten aus der dunkelsten Zeit der österreichischen Geschichte.

Hier müsse man klar aussprechen und aufzeigen, dass das der ÖAAB und die Volkspartei nicht wollten. Das sei enorm wichtig: „Weil ich keinen selbst ernannten Volkskanzler in Österreich will.“

Wöginger war im Mai wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch im Zusammenhang mit der Besetzung des Finanzamts Braunau erstinstanzlich zu sieben Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Wiewohl er Rechtsmittel einlegte, zog sich Wöginger sofort als Fraktionschef der Volkspartei im Nationalrat zurück. Seine Funktionen als ÖAAB-Obmann und Sozialsprecher behielt er jedoch.

Dass der Rückhalt in den eigenen Reihen stark ist, zeigte sich schon am Tagungsmotto in Haag, das angelehnt an Wögingers Spitznamen „Gu(s)t für die Zukunft“ lautete. Anlässlich des Bundestags betonte der AAB-Chef, dass seine Organisation für alle stehe, „die unser Land Tag für Tag tragen“. Leistung schaffe Wohlstand, Wohlstand schaffe soziale Sicherheit und soziale Sicherheit schaffe Zusammenhalt.

Zum Bundestag hatten sich auch etliche Regierungsmitglieder gesellt, etwa Innenminister Gerhard Karner und Kanzleramtsministerin Claudia Bauer. Dazu reisten Klubobmann Ernst Gödl und Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner nach Haag.

Noch höhere Zustimmungswerte als Wöginger erreichten seine Stellvertreter, darunter auch der Tiroler Landtagsvizepräsidenten Dominik Mainusch (über 99 Prozent). (TT, APA)