LONDON (IT BOLTWISE) – Drei neue Fernseher-Techniken treten gegeneinander an: Micro-RGB, SQD-Mini-LED und Tandem-OLED. Im direkten Vergleich zeigen vor allem Helligkeits- und Farbdaten deutliche Unterschiede, während Kontrast und Schwarz bei mehreren Modellen auf sehr hohem Niveau landen. Der Test liefert Messwerte zu Spitzenhelligkeit, Farbräumen und Farbabweichungen und ordnet das Ganze für Tageslicht, Entspiegelung und Blickwinkel ein. Damit wird klar, welche Technik je nach Nutzungsszenario am meisten bringt.

Micro-RGB, SQD-Mini-LED und Tandem-OLED im TV-Test: Wer liefert im Alltag die besten Bilder?Micro-RGB, SQD-Mini-LED und Tandem-OLED im TV-Test: Wer liefert im Alltag die besten Bilder? (Foto: IT BOLTWISE)

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Wer heute einen Premium-Fernseher kauft, bekommt nicht mehr nur „OLED“ oder „LCD“ zu hören, sondern konkrete Panel- und Backlight-Varianten. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf drei aktuelle Top-Kandidaten, die in einer vergleichenden Prüfung gegeneinander antreten: LG OLED G6 (Tandem-OLED), Samsung R95H (Micro-RGB) und TCL X11L (SQD-Mini-LED). Die technische Ausgangslage ist entscheidend: Alle Systeme setzen die Bildfarben aus roten, grünen und blauen Pixeln zusammen, aber sie erreichen die Lichtleistung auf unterschiedlichen Wegen. OLED leuchtet dabei selbst, während LCD-Varianten ein Backlight brauchen, das über verschiedene LED- und Quantum-Dot-Ansätze optimiert wird.

Bei der maximalen Lichtleistung liefert Tandem-OLED laut den genannten Messwerten den stärksten „Gänsehaut“-Effekt in hellen Szenen. Der LG OLED G6 erreicht im HDR-Kontext eine Maximalhelligkeit von 2.315 cd/m2, als Vollbild werden 449 cd/m2 genannt, und die Spitzenhelligkeit liegt bei 4.737 cd/m2. Die Prüfung beschreibt zudem, dass der Bildschirm bei sehr kurzen Highlights sogar 3.044 Nits (Candela pro Quadratmeter) liefert und unter bestimmten Farbanpassungen noch höhere Werte erreichbar sind. Praktisch heißt das: Bei extremen Einzelelementen wie Scheinwerfern, Sonnenblenden oder Explosionen wirkt das Bild deutlich punchiger, während das OLED-typisch „perfekt tiefe Schwarz“ die Bildtiefe verstärkt.

Samsung setzt im R95H dagegen weniger auf eine neue Rekordjagd für maximale Helligkeit, sondern stark auf Kontrast und vor allem auf den Farbumfang. Der genannte Samsung-Wert für die Helligkeit im HDR liegt bei 2.336 cd/m2, die Vollbildhelligkeit bei 709 cd/m2 und die Spitzenhelligkeit wieder bei 2.336 cd/m2. Das ist im direkten Vergleich zwar weniger spektakulär, aber die eigentliche Stärke zeigt sich laut Test in den darstellbaren Farben: Mit der Analyse-Software Portrait Displays Calman wird berichtet, dass der Umfang gegenüber dem Vorgänger QN90F von 82 auf 96 Prozent steigt. In der Praxis wird das an UHD-Blu-rays und HDR-Inhalten erläutert, bei denen besonders lebendige Farben und „gleißendes Sonnenlicht“ auffallen; auch bei aktuellen HDR-Gaming-Titeln macht sich die Farbleistung bemerkbar.

TCLs SQD-Mini-LED-Ansatz wirkt hingegen wie die konsequente Antwort auf die Frage „Wie hell soll es wirklich werden?“. Der TCL X11L schafft laut den Messwerten 4.693 cd/m2 als maximale Helligkeit im HDR und kommt als Vollbild auf 846 cd/m2; besonders auffällig ist die Spitzenhelligkeit mit 6.717 cd/m2. Zusätzlich wird erwähnt, dass mit kühleren Farbeinstellungen kurzzeitig knapp 7.000 Nits erreicht wurden. Der Text ordnet diese Werte direkt in Relation zum Alltagsfernsehen ein („20- bis 30-mal so hell“), und auch die Steuerlogik der Helligkeitsanpassung spielt eine Rolle: Der Fernseher soll die Bildhelligkeit nach Raumhelligkeit variieren, in dunkler Umgebung reduzieren und in sehr heller Umgebung stärker hochfahren. Das ist für HDR mit realem Wohnzimmerlicht relevant, weil sonst schnell der Eindruck „zu hell“ oder „zu dunkel“ entsteht.

Damit die gemessenen Zahlen im Wohnzimmer wirklich ankommen, geht der Vergleich auch auf Entspiegelung und Blickwinkel ein. Für das Tageslicht-Szenario wird beim Samsung R95H ein mattes Display beschrieben, bei dem selbst gegenüberliegende Lichtquellen nur diffus schimmern und keine klaren Konturen entstehen. Der TCL X11L kommt mit einer glänzenden Oberfläche, die dunkle Spiegelungen zeigt, aber Licht breit streut; der Text bewertet das als oft brillanter bei Dämmerlicht, gleichzeitig bleiben bei Tageslicht Spiegelungen sichtbar. Der LG OLED G6 wird als „glänzend“ eingeordnet, absorbiert jedoch auftreffendes Licht innerhalb des Bildschirms, wodurch das Bild trotz Reflexionen weiterhin „knackig“ wirken soll. Bei den Blickwinkeln wird außerdem erwähnt, dass sich bei seitlicher Betrachtung die Farben bei Micro-RGB und SQD-Mini-LED nur wenig verändern, während die Helligkeit etwas nachlässt – ein Punkt, der für typische Kaufentscheidungen eher sekundär sein dürfte.

Am Ende verdichtet sich der Test auf ein klares Gesamtbild: In der Summe der Eigenschaften sieht der Vergleich Tandem-OLED vorne. Das liegt vor allem daran, dass Tandem-OLED im Test sowohl in den Teilnoten als auch im Endergebnis stark abschneidet. Gleichzeitig bleibt der Befund differenziert: Beim OLED wird beschrieben, dass bei „Vollgas“ die Farben schwächeln können und mit zunehmender Fläche die Helligkeit nachlässt. Die beiden LCD-Varianten haben in der Schwarzdarstellung weniger „perfekte“ Ergebnisse, während die Farbleistung von SQD-Mini-LED eher im Datenblatt sichtbar wird und Micro-RGB bei der Farbwiedergabe als richtungsweisend eingeordnet wird. Wer also vor allem maximale Szenenhelligkeit mit hoher HDR-Dynamik sucht, bekommt mit dem TCL X11L ein sehr helles Gesamtpaket; wer Farbrichtigkeit und Farbumfang priorisiert, findet im Samsung R95H den Schwerpunkt; und wer die beste Mischung aus Tiefenwirkung und HDR-Highlights im Blick hat, dürfte mit dem LG OLED G6 am ehesten „den Wohnzimmer-Effekt“ treffen.

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