Wie immer zum Beginn des Herbstes öffnet der Neuburger Kunstkreis die Türen zu seiner Jahresausstellung. Insgesamt 48 Kunstschaffende zeigen ihre Werke aus den vergangenen zwei Jahren. Oder wie es Kulturreferentin Gabriele Kaps bei ihrer Eröffnungsrede bildhaft beschrieb: „Die Künstler haben die Saat aus den letzten zwei Jahren geerntet.“ Zusammen mit Christine Reith, der Vorsitzenden des Kunstkreises, eröffnete sie am Freitag vor zahlreich erschienenem Publikum im Rathausfletz die Ausstellung. Musikalisch stimmungsvoll begleitet wurde die Vernissage von der Band „Troubadix“, die irische Folksongs spielte.
Zu sehen ist ein breites Spektrum an Werken aus unterschiedlichsten Materialien und Stilrichtungen. Von Malerei über Fotografie bis hin zu Skulpturen und Objektkunst ist in der diesjährigen Jahresausstellung alles vertreten. Das Gemälde „Birke im Winter“ von Max Biller zieht beispielsweise den Betrachter mit einer ruhigen Winterstimmung in seinen Bann. Dargestellt ist eine markante Birke vor einer idyllischen Landschaft mit Bergen in der Ferne. Die sanften, pastelligen Farben lassen einen bereits jetzt an einen kalten Wintertag denken. Das Bild hat eine starke Fernwirkung. Es lohnt sich aber auch, wie bei allen ausgestellten Bildern, mal nah heranzugehen und die gut sichtbaren Pinselstriche zu betrachten. Die Ölfarbe wurde an vielen Stellen ganz dick aufgetragen.
Christine Reith zeigt abstrakte Radierungen in Serie ‚Lichtblicke‘
Neben gegenständlicher Kunst sind auch eindrucksvolle abstrakte Werke in den Räumlichkeiten vertreten. So zum Beispiel die kleine Serie „Lichtblicke“ von Christine Reith. Auf den drei Bildern sind unterschiedliche Formen, Farben und Linien zu sehen, wobei jedes eine ganz eigene Stimmung vermittelt. Bei der Reihe handelt es sich um feine Radierungen. Dabei wird eine mit Lack bestrichene Kupferplatte eingeritzt und anschließend in ein Säurebad gelegt. In mehreren Durchgängen werden dann unterschiedlich helle und dunkle Linien erzeugt, bevor die Platte schließlich mit Farben bestrichen und auf Papier gedruckt wird.

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„Die Künstler haben die Saat aus den letzten zwei Jahren geerntet“, sagte Kulturreferentin Gabriele Kaps bei der Ausstellungseröffnung.
Foto: Lena-Marie Nadler
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„Die Künstler haben die Saat aus den letzten zwei Jahren geerntet“, sagte Kulturreferentin Gabriele Kaps bei der Ausstellungseröffnung.
Foto: Lena-Marie Nadler
Beinahe wie ein abstraktes Gemälde wirkt das Werk von Elke Lechleiter-Koerner. Bei einem flüchtigen Blick könnte man glatt übersehen, dass es sich hierbei um eine Fotografie handelt. Die ungewöhnliche Perspektive, das tiefdunkle Wasser und die Spiegelungen machen das Motiv besonders reizvoll. Zu sehen sind Schilfhalme und Blätter, die auf der Wasseroberfläche treiben.
Neuburger Kunstkreis präsentiert abstrakte und gegenständliche Arbeiten
Dass abstrakte und gegenständliche Kunst gleichberechtigt nebeneinanderstehen, ist für die Vereinsvorsitzende Christine Reith besonders wichtig. In ihrer Eröffnungsrede betonte sie, wie wichtig es sei, beide Ausdrucksformen gleichermaßen zu schätzen. Während gegenständliche Kunst Momente festhalte und Alltagsszenen, Landschaften sowie Menschen abbilde, erwecke die abstrakte Kunst vor allem durch freie Formen und Farben tiefe Gefühle im Betrachter. „Gegenständliche Kunst erzählt von der sichtbaren Welt, die abstrakte davon, wie es sich anfühlt, in ihr zu sein. Beide braucht es“, fasste Reith zusammen. Sie forderte Besucher dazu auf, Werke nicht nur nach persönlichem Gefallen zu bewerten, sondern auch danach, welches Empfinden diese in einem auslösen.
Insgesamt 84 Kunstwerke können in den beiden Städtischen Galerien im Rathausfletz und im Fürstengang kostenlos bestaunt werden. Die Werke der Künstlerinnen und Künstler des Kunstkreises sind noch bis zum 20. September donnerstags und freitags von 17 bis 19 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr in den beiden Galerien zu sehen.