Das Leiden ist enorm, ein normales Leben ist kaum mehr möglich. Für Menschen mit ME/CFS (siehe Kasten weiter unten) gibt es im Burgenland ab Oktober eine neue Anlaufstelle. In der Klinik Oberwart startet eine eigene Ambulanz für Betroffene. Parallel dazu wird in Bad Tatzmannsdorf ein stationäres Therapieprogramm angeboten.

Die neue Ambulanz öffnet jeden Dienstag von 14 bis 18 Uhr. Termine können bereits jetzt vereinbart werden.

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ME/CFS tritt häufig nach Infektionen wie Grippe, Pfeiffer’schem Drüsenfieber oder Covid-19 auf. Die Erkrankung kann zu schwerer Erschöpfung, körperlicher Schwäche und massiven Einschränkungen im Alltag führen – bis hin zur Bettlägerigkeit.
Laut Schätzungen der MedUni Wien sind in Österreich etwa 80.000 Menschen betroffen. Trotz dieser Zahl fehlt es bisher an ausreichenden Versorgungsangeboten – besonders für schwer Erkrankte.

„ME/CFS ist längst keine Randerscheinung mehr, sondern eine ernstzunehmende gesundheitspolitische Herausforderung. Betroffene brauchen eine verlässliche Versorgung, die ihre Erkrankung ernst nimmt und ihren besonderen Bedürfnissen gerecht wird. Wie versprochen, haben wir die dafür notwendigen Strukturen geschaffen, um diese Versorgung dauerhaft sicherzustellen“, sagt Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ).

Sechs Wochen Therapie in Bad Tatzmannsdorf

Die Ärzte der Ambulanz entscheiden auch darüber, für wen das stationäre Programm im Reduce Gesundheitsresort Bad Tatzmannsdorf infrage kommt. Eine Voraussetzung dafür ist etwa, dass sich die Betroffenen selbstständig fortbewegen können.

Ein Therapiezyklus dauert sechs Wochen. Vorgesehen sind unter anderem Physiotherapie, Gesprächstherapien, Kälteanwendungen sowie orthomolekulare Substitutionstherapien. Auch Angehörige sollen einbezogen und über die Erkrankung informiert werden.

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Eine erste interne Testgruppe hat das Programm bereits durchlaufen. Weitere Details zum Angebot sollen bei der Regierungsklausur am 5. und 6. Oktober präsentiert werden.

Rund 80.000 Betroffene in Österreich

Schätzungen zufolge leben in Österreich rund 80.000 Menschen mit ME/CFS, die tatsächliche Zahl könnte höher sein. Die Erkrankung kann unter anderem nach schweren Virusinfektionen auftreten und rückte seit der Corona-Pandemie verstärkt in den Fokus.

Zu den möglichen Beschwerden zählen starke und anhaltende Erschöpfung, eine deutlich reduzierte körperliche und geistige Belastbarkeit, Muskelschmerzen, Schwindel und Atemnot.

Einen einzelnen Laborwert oder Biomarker, mit dem ME/CFS eindeutig nachgewiesen werden kann, gibt es bisher nicht. Die Diagnose erfolgt anhand der typischen Beschwerden und nachdem andere Erkrankungen ausgeschlossen wurden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.09.2026, 20:15