In einer weitreichenden juristischen Einigung hat der US-Technologiekonzern Meta einen Vergleich mit zahlreichen US-Bundesstaaten über Zahlungen von bis zu 18 Milliarden US-Dollar erzielt.

Die zuständige Richterin Yvonne Gonzalez Rogers bestätigte Ende August 2026 die Vereinbarung, die den Schutz von Minderjährigen auf den Plattformen Facebook und Instagram verbessern soll. Damit reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe der Generalstaatsanwälte, wonach das Design der Dienste durch Algorithmen, Funktionen wie das „Infinite Scroll“, Like-Buttons und Benachrichtigungen gezielt darauf ausgelegt sei, ein süchtig machendes Verhalten bei Jugendlichen zu fördern.

Umfangreiche finanzielle Verpflichtungen und rechtliche Einigung

Der Vergleich umfasst Zahlungen von bis zu 17,1 Milliarden US-Dollar an insgesamt 47 US-Bundesstaaten, den District of Columbia sowie weitere Territorien. Von dieser Gesamtsumme sind 70 Prozent garantiert, während die verbleibenden 30 Prozent davon abhängen, ob Konkurrenzplattformen wie TikTok, YouTube und Snapchat ähnliche Schutzmaßnahmen implementieren.

Parallel dazu einigte sich Meta mit dem Bundesstaat Texas auf eine separate Zahlung in Höhe von einer Milliarde US-Dollar. In New Mexico ordnete ein Gericht zudem Anfang August 2026 eine Schadensersatzzahlung von 942 Millionen US-Dollar an.

Die Gesamtsumme des Hauptvergleichs soll über einen Zeitraum von zehn Jahren ausgezahlt werden. Kalifornien, dessen Generalstaatsanwalt Rob Bonta das Verfahren federführend begleitete, könnte Schätzungen zufolge zwischen 1,5 und 2,1 Milliarden US-Dollar erhalten.

Die vereinbarte Strafe entspricht laut Marktbeobachtern etwa 8,3 bis 8,5 Prozent des Jahresumsatzes von 2025, der sich auf 201 Milliarden US-Dollar belief. Nach der Bekanntgabe der Einigung verzeichnete die Meta-Aktie einen Kursanstieg von 1,1 Prozent.

Technologische Anpassungen zum Schutz minderjähriger Nutzer

Teil der Einigung sind verpflichtende funktionale Änderungen für Nutzer unter 18 Jahren, die Meta ab dem Herbst 2026 in den USA umsetzen will. Dazu gehört ein standardmäßiges Tageslimit von zwei Stunden für die Nutzung von Facebook und Instagram.

Zudem ist eine nächtliche Sperre für den Zeitraum von 0 bis 6 Uhr vorgesehen. Für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren soll zusätzlich ein spezieller Schulmodus von 8 bis 15 Uhr eingeführt werden. Bisherige Daten zeigen, dass nur 1,8 Prozent der Teenager freiwillige Pausenfunktionen des Unternehmens nutzten.

Weitere Maßnahmen umfassen eine strengere Altersverifizierung, das Verbergen von Like-Zahlen sowie die Abschaffung von Schönheitsfiltern. Feeds für Minderjährige sollen künftig nicht mehr personalisiert werden, und Benachrichtigungen während der Schulzeit werden limitiert.

Meta verpflichtete sich zudem, auf 90 Prozent der Meldungen über schädliche Inhalte innerhalb von sechs Stunden zu reagieren. Ein unabhängiger Auditor wird die Umsetzung dieser Schritte überwachen. Kritik gibt es unterdessen an einer Ausnahmeregelung, die es erlaubt, das Tageslimit für lange Inhalte um 22 Minuten zu überschreiten.

Auswirkungen auf den europäischen Markt und regulatorischer Ausblick

Während der Vergleich vorerst nur für den US-Markt gilt, hat die Entwicklung bereits Auswirkungen auf Europa. Die EU-Kommission prüft derzeit, inwieweit die in den USA vereinbarten Maßnahmen auch auf den europäischen Raum übertragen werden können. Für den 16. September 2026 ist die Vorstellung neuer Regeln geplant, die für alle EU-Mitgliedstaaten gelten sollen.

Bereits im Juli 2026 hatte die EU-Kommission im Rahmen einer vorläufigen Prüfung einen Verstoß von Meta gegen den Digital Services Act (DSA) festgestellt.

Die europäischen Regulierungsbehörden beobachten insbesondere die Entwicklung der Nutzungsbeschränkungen genau: Sollten Konkurrenzplattformen ähnliche Schutzvorkehrungen treffen, könnte das Tageslimit in den USA auf eine Stunde sinken und die Nachtsperre auf den Zeitraum von 22 bis 7 Uhr ausgeweitet werden.

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