Wien (OTS) – 

Die Situation am Standort des Jedmayer spitzt sich weiter zu. Laut einer aktuellen Anfragebeantwortung von SPÖ-Gesundheitsstadtrat Peter Hacker stieg die Zahl der Rettungseinsätze von 122 im Jahr 2020 auf 426 im Jahr 2025, ein Plus von 249 Prozent. Die Zahl der Krankenhauseinlieferungen erhöhte sich im selben Zeitraum sogar von 89 auf 334 und damit um 275 Prozent. Als häufigsten einzelnen Einsatzgrund nennt die Stadt Vergiftungen beziehungsweise Überdosierungen. „Diese Zahlen sind ein gesundheitspolitischer Alarmruf. Mehr als 400 Rettungseinsätze und fast jeden Tag ein Krankenhaustransport an einem Standort zeigen eine Entwicklung, die niemand mehr kleinreden kann. SPÖ-Stadtrat Hacker muss endlich erklären, wie es so weit kommen konnte und wie er diese Entwicklung stoppen will“, kritisieren Gemeinderat Michael Gorlitzer, Sucht- und Drogensprecher der Wiener Volkspartei und Gerhard Hammerer, Obmann der ÖVP Mariahilf.

Besonders scharf kritisieren Gorlitzer und Hammerer Hackers Antwort auf die Frage nach Konsequenzen für die Organisation und räumliche Verteilung der Suchthilfe. Statt konkrete Maßnahmen zu nennen, verweist der SPÖ-Gesundheitsstadtrat darauf, dass medizinische Notfälle professionell erstversorgt und an das Gesundheitssystem übergeben werden könnten. „Hackers Antwort auf immer mehr Notfälle lautet allen Ernstes: Die Rettung funktioniert. Das kann doch nicht der Anspruch einer verantwortungsvollen Sucht- und Drogenpolitik sein. Es reicht nicht, die Folgen einer dramatischen Entwicklung professionell zu versorgen. SPÖ-Stadtrat Peter Hacker und SPÖ-Drogenkoordinator Ewald Lochner müssen dafür sorgen, dass diese Entwicklung überhaupt eingedämmt wird“, betonen Hammerer und Gorlitzer. Auch 42 Notarzteinsätze und 48 Rettungseinsätze mit Polizeibeteiligung allein im Jahr 2025 verdeutlichen die Dimension der Situation.

Für Gorlitzer und Hammerer bestätigen die Zahlen die Notwendigkeit eines grundlegenden Kurswechsels. „Seit Jahren wird die enorme Belastung rund um den Jedmayer beschwichtigt. Jetzt liefert SPÖ-Stadtrat Hacker selbst Zahlen, die eine völlig andere Sprache sprechen. Wer angesichts einer Verdreifachung der Rettungseinsätze weiterhin keinen konkreten organisatorischen Handlungsbedarf nennt, verweigert sich der Realität. Wien braucht endlich ein Wien weites Suchthilfekonzept, das die Konzentration von Angeboten hinterfragt und das Jedmayer-Grätzel nachhaltig entlastet. Die Stadt darf nicht länger nur die Folgen verwalten, sie muss endlich an die Ursachen heran“, so Hammerer und Gorlitzer abschließend.

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