In der Kapelle der Mutter des guten Rates in Genazzano befindet sich eine neue Wanddarstellung. Sie zeigt Papst Leo XIV. im Gebet vor dem Marienbildnis, dem er seit seiner Jugend verbunden ist. Das Kunstwerk wurde am Nachmittag des 7. September vom Bischof von Rom im Rahmen seines Besuchs des Heiligtums enthüllt, vor der Feier der Messe am Vorabend des Festes der Geburt der Seligen Jungfrau Maria.

Die geschichtliche und spirituelle Entwicklung des Heiligtums von Genazzano

Die Beziehung zwischen der Gläubigen und dem Marienheiligtum der Mutter des guten Rates in Genazzano reicht weit in die Vergangenheit zurück. Anlässlich eines Besuchs am 10. Mai …

Paolo Ondarza – Vatikanstadt

Das Fresko reiht sich in die Darstellung der Vorgänger ein, die den Wallfahrtsort über die Jahrhunderte besuchten und förderten. Das Werk stammt von dem Maler Marco Innocenzi, einem ehemaligen Restaurator der Vatikanischen Museen. Es füllt den letzten freien Bereich an den Wänden der Marienkapelle und führt eine Bildtradition fort, die an die Besuche von Päpsten in diesem Heiligtum erinnert.

An den Wänden der Kapelle befinden sich bereits Darstellungen weiterer Persönlichkeiten: Urban VIII. wendete sich 1630 während der Pestepidemie an das Heiligtum. Pius IX. reiste am 15. August 1864 als Pilger nach Genazzano. Johannes XXIII. besuchte den Ort am 25. August 1959. Johannes Paul II. weilte am 22. April 1993 vor seiner Reise nach Albanien in der Kapelle. Zudem befindet sich dort eine Gedenktafel an die von Giovanni Bosco im Jahr 1858 gefeierte Messe.

Der Maler Marco Innocenzi neben dem Freskenporträt von Leo XIV. – Foto: P. Ondarza

Der Maler Marco Innocenzi neben dem Freskenporträt von Leo XIV. – Foto: P. Ondarza

Fortsetzung einer Reihe

Das Fresko von Leo XIV. bildet die Fortsetzung dieser Reihe. Die Verbindung von Robert Francis Prevost zur Mutter des guten Rates begann mit seinem Eintritt in den Augustinerorden in der US-amerikanischen Provinz des Mittleren Westens mit Sitz in Chicago, die diesen Namen trägt. Sie verfestigte sich während seiner Ausbildung in Rom durch regelmäßige Besuche in Genazzano. Bereits zwei Tage nach seiner Wahl wählte er den Ort als Ziel seiner ersten öffentlichen Reise außerhalb des Vatikans.

Das Porträt zeigt den Papst im Profil mit dem Blick auf die Ikone gerichtet. Auf dem Betschemel ist das Wappen von Leo XIII. abgebildet, der das Heiligtum 1903 in den Rang einer Basilica minor erhob und die Verehrung der Mutter des guten Rates förderte.

Die Herstellung erfolgte in der traditionellen Freskotechnik auf einer Wandhöhe von etwa fünf Metern. Das Werk war in zwölf Abschnitte unterteilt, die jeweils innerhalb eines Tages bearbeitet werden mussten. An der Ausführung war neben Marco Innocenzi die Künstlerin Fabiola Mercandetti beteiligt. Unter den Unterstützern des Projekts befanden sich die Gemeinschaft der Augustiner unter der Leitung von Prior Ludovico Maria Centra, Rocco Ronzani vom Vatikanischen Apostolischen Archiv sowie die Direktorin der Vatikanischen Museen, Barbara Jatta.

Das Heiligtum der Mutter des guten Rates gilt als ein Zentrum der augustinischen Spiritualität. Im Jahr 2026 fällt das 130-jährige Jubiläum der Erklärung der Mutter des guten Rates zur Patronin Albaniens durch Leo XIII. zusammen, woraufhin die Basilika zur Jubiläumskirche erklärt wurde.

(vatican news – mg)