Extremtemperaturen und fehlender Niederschlag haben die vergangenen Monate geprägt wie selten zuvor. So verwundert es nicht, dass auch die ersten September-Tage viel zu warm und zu trocken ausgefallen sind. Verglichen mit der aktuellen Klimanormalperiode, das ist der Zeitraum 1991 bis 2020, war der September bisher 4,4 Grad wärmer.

Außerdem gingen über Österreich gemittelt erst 14 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags nieder, im Westen und im Nordburgenland regnete es stellenweise überhaupt noch nicht.

Noch einmal Richtung 30 Grad

Von der kommenden Wetterumstellung ist vorerst wenig zu spüren – im Gegenteil: Der Dienstag bringt viel Sonne, höchstens einzelne Schauer über manchen Bergen und verbreitet Höchstwerte um 30 Grad. Im Osten liegen die Spitzen sogar um 34 Grad und damit mehr als zehn Grad über den durchschnittlichen Werten für die Jahreszeit. Tirol hatte schon am Freitag den bisher heißesten September-Tag der Messgeschichte mit 34,3 Grad in Innsbruck. Der österreichweite Monatsrekord liegt bei 36,0 Grad und datiert auf den 1. September 2015 in Ternitz-Pottschach.

Wolken über einem Weinberg

ORF/Viviane Koth (Archivbild)

Mit böigem Westwind erreichen Regen und Gewitter zu Wochenmitte weite Landesteile

Dabei sind Hitzetage mit 30 Grad und mehr im September alles andere als üblich. Denn die Tageslänge geht um diese Jahreszeit schon rapide zurück, der Sonnenstand ist nur noch so hoch wie Anfang April. An einem durchschnittlichen Ort im Flachland kamen 30 Grad in der Periode 1991 bis 2020 nur alle drei, vier Jahre vor, in höheren Lagen noch deutlich seltener.

Zeitpunkt der letzten 30 Grad schwankt stark

Möglich ist ein Hitzetag aber selbst Anfang Oktober noch, so meldete Langenlebarn am 3. Oktober 2023 einen Höchstwert von 30,3 Grad. Im Jahr 1966 war es in Fußach sogar noch einen Tag später heiß – eine absolute Ausnahmeerscheinung und der landesweit späteste 30er seit Aufzeichnungsbeginn.

Diese Station hat aber nur ein gutes Jahrzehnt lang existiert. Im Gegensatz dazu kam im Jahr 2022 bereits der September ohne 30 Grad aus. Es ist also gut möglich, dass es nach der Kaltfront zur Wochenmitte heuer nicht mehr heiß wird.

Markanter Wetterwechsel

Im Westen geht der Mittwoch schon mit vielen Wolken und ersten Regenschauern los, hier bleiben die Temperaturen teilweise unter 20 Grad. Sonst scheint zunächst die Sonne, und im Osten und Südosten sind noch einmal Werte um 30 Grad zu erwarten. Im Lauf des Tages kühlt es überall ab, mit böigem Westwind erfassen Regen und Gewitter allmählich weite Landesteile.

Im Bergland fallen in Summe meist 15 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Rund um die Alpen sind es kaum mehr als zehn Liter – bei einem Defizit, das seit Jahresbeginn schon 200 bis 400 Liter beträgt. Vereinzelt könnte es auch trocken bleiben. Die Niederschlagsbilanz wird also nur geringfügig aufgebessert. Punktuell kann starker Gewitterregen aber freilich schon Probleme bereiten.

Sommer kehrt zurück

Ab Donnerstag wird es im Großteil des Landes schon wieder trocken sein mit höchstens einzelnen Schauern. Auch spätsommerliche Temperaturen von 25 Grad oder mehr wird es wieder geben, zum Teil schon am Wochenende, also noch vor dem Schulstart in den westlichen Bundesländern.

Wer die letzten Ferientage im Bereich der oberen und mittleren Adria verbringt, sollte sich mit einem Italien-Tief auf kräftigen Regen einstellen. Die Ausläufer dieses Tiefs betreffen am Donnerstag und Freitag auch den Süden und Südosten Österreichs, hier kann es zeitweise regnen.