Mehr als vier Jahrzehnte nach dem Tod des japanischen Monsterdesigners Teizo Toshimitsu ist seine letzte Godzilla-Figur der Stadt Sukagawa in der Präfektur Fukushima übergeben worden. Toshimitsu, der bereits 1954 am ersten Godzilla mitarbeitete und später zahlreiche Monster für japanische Spezialeffektfilme gestaltete, hatte die Figur vor seinem Tod 1982 nicht mehr vollenden können.

Seit dem 4. September ist die 78 Zentimeter hohe und 95 Zentimeter tiefe Statue im Sukagawa Tokusatsu Archive Center zu sehen. Augen und Zähne fehlten noch, als Toshimitsu starb. Eizo Kaimai, der bereits beim ersten Godzilla mit ihm zusammengearbeitet hatte, und Sohn Toshio Kaimai stellten das Modell später fertig. Anschließend lagerte die Figur über Jahre bei Kaimai Production in Tokyo.

Toshimitsu gestaltete bereits den ersten Godzilla

Teizo Toshimitsu gehörte zu dem Team, das 1954 den ersten Godzilla für das japanische Produktionsstudio Toho baute. Der 1909 geborene Figurenbauer war zuvor unter anderem an Miniaturen für Eiji Tsuburayas Kriegsfilm „The War at Sea from Hawaii to Malaya“ beteiligt gewesen. Für „Godzilla“ arbeitete er auf Grundlage des Entwurfs des Spezialeffekt-Künstlers Akira Watanabe zunächst an Tonmodellen des Monsters und war anschließend an der Herstellung des Kostüms beteiligt. Nach Angaben der japanischen Kulturbehörde übernahm Toshimitsu dabei die Arbeiten am Kopf.

Zu seinem Team gehörte bereits damals Eizo Kaimai. Kaimai hatte zuvor gemeinsam mit den Brüdern Kanju und Yasuei Yagi Figuren für Freizeitparks und Geisterbahnen gebaut. Für „Godzilla“ erhielt er 1954 einen Vertrag mit dem Toho-Studio und unterstützte Toshimitsu und die Yagi-Brüder beim Bau des Monsterkostüms. Später arbeitete er in Tohos Abteilung für Spezialeffekt-Kulissen an weiteren Godzilla-Filmen, half bei Reparaturen der Kostüme während der Dreharbeiten und bediente auch kleinere Monsterpuppen.

Jahrzehnte später bat Kaimai Toshimitsu, der sich bereits zurückgezogen hatte, noch einmal um eine Godzilla‑Figur. Er wollte so seinen früheren Kollegen an die gemeinsame Arbeit erinnern. Toshimitsu nahm den Auftrag an und begann mit der Figur, als er 1982 starb, waren die Augen und die Zähne noch nicht eingesetzt.

Sukagawa sammelt Requisiten aus japanischen Tokusatsu-Produktionen

Tokusatsu bezeichnet in Japan Film- und Fernsehproduktionen, bei denen Spezialeffekte, Miniaturen, Modelle und Darsteller in aufwendig gestalteten Kostümen eingesetzt werden. Godzilla gehört zu den bekanntesten Beispielen dieser Produktionsweise. Eiji Tsuburaya entwickelte für den Film von 1954 gemeinsam mit seinem Team eine Kombination aus Miniaturstädten und einem von einem Darsteller getragenen Monsterkostüm. Die ursprünglich erwogene Stop-Motion-Technik hätte für die Produktion wesentlich mehr Zeit benötigt.

Das Sukagawa Tokusatsu Archive Center wurde am 3. November 2020 eröffnet. Schon zuvor hatten Sukagawa und die Anime Tokusatsu Archive Organization damit begonnen, Requisiten und andere Materialien aus japanischen Spezialeffektproduktionen zu sammeln und zu erhalten. Viele Miniaturen, Modelle und Kulissen wurden nach Dreharbeiten entsorgt oder gingen später verloren. Gleichzeitig gibt es immer weniger Menschen, die selbst an älteren Tokusatsu-Produktionen gearbeitet haben und erklären können, wie diese Filme entstanden.

Das Zentrum bewahrt die Geschichte auf, restauriert beschädigte Requisiten und dokumentiert ihre Geschichte. Ein Teil der Sammlung ist öffentlich zu sehen. Besucher können einen Teil der Sammlung besichtigen. Im Februar 2026 veröffentlichte das Zentrum außerdem Informationen zu weiteren Stücken aus seinem Bestand.