APA/ZOE-SOPHIE ZIMMERMANN
Wien prüft eine neue Abgabe auf Kultur-Tickets. Im Gespräch sind laut ORF etwa ein Euro pro Ticket oder ein prozentueller Aufschlag von rund 12,5 Prozent.
Ein zusätzlicher Betrag auf Eintrittskarten für Theater, Konzerte und Museen könnte in Wien Realität werden. Die Stadt prüft laut einem Bericht des „Kurier“ die Einführung eines sogenannten „Kultur-Euro“.
Noch steht allerdings nicht fest, wie das Modell konkret aussehen soll. Im Gespräch sind laut ORF unterschiedliche Varianten – darunter ein fixer Euro-Aufschlag pro Ticket oder ein prozentueller Zuschlag von etwa 12,5 Prozent.
Stadt bestätigt Pläne grundsätzlich
Im Büro von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) wurden die Überlegungen gegenüber dem ORF grundsätzlich bestätigt.
„Die konkrete Ausgestaltung des Kultureuros wird derzeit erarbeitet“, hieß es demnach. Ziel sei es, die vielfältige Wiener Kulturlandschaft nachhaltig zu erhalten und abzusichern.
Die Einnahmen aus der geplanten Abgabe sollen wiederum der Kultur zugutekommen.
Noch keine Entscheidung über die Höhe
Wie hoch der mögliche Zuschlag tatsächlich ausfallen könnte, ist noch offen.
Laut ORF wird derzeit an den Details gearbeitet. Auch Gespräche mit dem Koalitionspartner NEOS laufen noch. Eine konkrete Ausgestaltung soll im Herbst bekannt gegeben werden.
Damit ist derzeit auch noch nicht klar, welche Veranstaltungen und Einrichtungen genau betroffen wären.
Vorbild ist der Wiener Sportgroschen
Die Idee orientiert sich an einem Modell, das es in Wien bereits seit Jahrzehnten gibt.
Beim sogenannten „Sportgroschen“ wird seit 1948 ein Betrag auf Eintrittskarten für Sportveranstaltungen eingehoben. Laut ORF kommen dadurch jährlich rund 2,5 Millionen Euro zusammen.
Ein vergleichbares System könnte nun auch im Kulturbereich eingeführt werden.
Ursprünglich sollten Touristen zahlen
Ursprünglich hatte Kaup-Hasler einen „Kultur-Euro“ speziell für Touristen vorgeschlagen.
Die Idee war, die Abgabe an die Ortstaxe zu koppeln. Dafür fand sich innerhalb der Wiener Koalition mit den NEOS allerdings keine Einigung.
Bereits im Dezember 2025 hatte die Kulturstadträtin deshalb angekündigt, dass an einem anderen Modell gearbeitet werde.
Was Besucher künftig zahlen könnten
Für Kulturfans bedeutet die aktuelle Diskussion vor allem eines: Noch ist unklar, ob und in welcher Form Eintrittskarten künftig teurer werden.
Ein fixer Euro-Betrag würde sich bei günstigen Tickets relativ stark bemerkbar machen, während ein prozentueller Zuschlag bei teureren Veranstaltungen entsprechend höher ausfallen würde.
Eine endgültige Entscheidung ist bislang nicht gefallen. Die konkreten Pläne sollen im Herbst präsentiert werden.