Der Lieferdienst Foodora reagiert auf die neue Gesetzeslage: Mit 1. Oktober treten die E-Moped-Bestimmungen der 36. Novelle der Straßenverkehrsordnung in Kraft. Die Lieferplattform stellt daher ihre eigene Flotte vollständig auf Fahrräder und E-Bikes um.
Aktualisiert am 8. September, 11.55 Uhr.
ÖSTERREICH. Mit 1. Oktober will Foodora in ihrer eigenen Lieferflotte keine E-Mopeds mehr einsetzen. Stattdessen sollen die Zustellerinnen und Zusteller ausschließlich mit Fahrrädern und E-Bikes unterwegs sein, wie es in einem Schreiben am Dienstag heißt. Das Unternehmen reagiert damit auf jene Teile der 36. StVO-Novelle, die E-Mopeds rechtlich neu einstufen.
Einspurige Fahrzeuge der Klasse L1e-B gelten ab 1. Oktober 2026 als Mopeds im Sinne des Kraftfahrgesetzes. Sie werden damit nicht mehr wie Fahrräder behandelt. Eine rechtliche Unterscheidung zwischen herkömmlichen Mopeds und E-Mopeds gibt es künftig nicht mehr. „Ziel der Neuregelung ist es, die Sicherheit auf Radwegen zu erhöhen und für mehr Klarheit für Verkehrsteilnehmer zu sorgen“, heißt es dazu auf der Website des Mobilitätsministeriums.

Für das Fahren ist mindestens ein Führerschein der Klasse AM erforderlich. Hinzu kommen eine Versicherung, eine Kennzeichentafel, eine Zulassung beziehungsweise Genehmigung des Fahrzeugs, eine regelmäßige §-57a-Begutachtung, das sogenannte Pickerl, sowie die Helmpflicht.
Verbot auf Radwegen
E-Mopeds dürfen außerdem nicht mehr auf Radwegen, Radfahrstreifen oder anderen Radfahranlagen benutzt werden. Sie müssen künftig wie herkömmliche Mopeds auf der Fahrbahn unterwegs sein.
Betroffen sind elektrisch angetriebene Zweiräder ohne Pedale sowie Modelle mit Pedalen, deren Motor über einen Gasgriff oder Gashebel auch ohne Treten aktiviert werden kann. Die bisherigen Bestimmungen für Elektrofahrräder mit einer Schiebe- oder Anfahrhilfe in Schrittgeschwindigkeit bleiben unverändert.
Umstellungskosten im Millionenbereich
Foodora erwartet keine spürbaren Auswirkungen auf Bestellungen oder Lieferzeiten. „Wir nehmen die Einhaltung der neuen Regelungen sehr ernst. E-Bikes sind bereits heute umfassend in unserem Liefermodell im Einsatz – der nächste Schritt, unsere Flotte vollständig auf Fahrräder und E-Bikes umzustellen, ist daher konsequent und gut vorbereitet. Daher erwarten wir keine spürbaren Auswirkungen auf das Erlebnis unserer Kunden und Geschäftspartner“, sagt Dragan Milovanovic, Managing Director Foodora Österreich.
Seit Juni informiert Foodora seine Rider über die Umstellung. Bis 2027 plant das Unternehmen Investitionen im siebenstelligen Bereich. Eine Kooperation mit dem Flottenanbieter Cycle soll den Zugang zu Fahrrädern und E-Bikes sowie zu Wartungs- und Serviceleistungen erleichtern.
Offen bleibt, wie viele angestellte und selbstständige Rider von der Umstellung betroffen sind und welchen Anteil E-Mopeds bislang an der Foodora-Flotte haben. Auch zum konkreten Ablauf – etwa zum Umgang mit laufenden Miet- oder Leasingverträgen – wollt sich das Unternehmen auf Nachfrage von MeinBezirk nicht äußern.
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