Jeder beziehungsweise jede Zweite würde sich gestört fühlen, hätte er oder sie Muslime als direkte Nachbarn. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute von Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) präsentierte Studie des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF).

Auf große Ablehnung stoßen auch Flüchtlinge (63 Prozent) und Roma (53 Prozent). Bauer nutzte die Studie, um weiter auf das von der ÖVP geforderte Verbot des politischen Islams zu drängen.

Viele auch über KI besorgt

Auf die Frage, welche Dinge den größten negativen Einfluss auf das gesellschaftliche Zusammenleben hätten, wählten nämlich 52 Prozent den politischen Islam, der damit gleichauf mit Kriegen und Terrorismus hinter Fake News (54 Prozent) auf Platz zwei rangiert.

Auch „große Migrationsbewegungen“ (51 Prozent) bereiten der Mehrheit Sorgen. Stark gestiegen ist die Gruppe jener, die sich über Digitalisierung und KI besorgt zeigt (28 Prozent).

Knapp die Hälfte bewertet den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der von der Peter Hajek Public Opinion Strategies GmbH bereits zu Jahresbeginn durchgeführten Umfrage (1.016 Befragte 3,1 Prozent Schwankungsbreite) als gut oder sehr gut, ebenso viele sehen das anders. „Sorgen um die kulturelle Identität“ machen sich drei Viertel der Befragten. 2018 lag der Anteil derjenigen, die diese Sorgen teilen, noch bei 57 Prozent.

FPÖ mit Kritik

Die ÖVP präsentiere „ihr eigenes Asylversagen“, so FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch in einer Aussendung. Der Chef der Wiener Stadtpartei, Dominik Nepp, nannte die Studie eine „Ohrfeige mit Nachhall für die rot-pinke All-inclusive-Willkommenspolitik“.