Der russische Präsident Wladimir Putin hat in einem Telefonat mit seinem US-Amtskollegen Donald Trump friedliche Absichten gegenüber Europa zugesichert. Auch wenn es anderslautende »Spekulationen« gebe, hege Russland »keinerlei aggressive Pläne« gegen den europäischen Kontinent, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow nach dem Gespräch vor Medienvertretern.
Die beiden Präsidenten hätten eine Stunde lang »äußerst offen« miteinander gesprochen und sich dabei vor allem über die Situation in der Ukraine ausgetauscht, sagte Uschakow weiter. Putin habe Trump eine »objektive und ausführliche Analyse der Vorgänge auf dem Schlachtfeld« gegeben und erläutert, was die USA »real für ein baldiges Ende der Kampfhandlungen tun können«. Was dies im Detail bedeuten könnte, führte er aber nicht aus.
Trump will schnelles Ende des Krieges
Trump habe derweil betont, dass er sich ein rasches Ende des Krieges wünsche, mit dem außerdem die Beziehungen zwischen den USA und Russland vollständig wiederhergestellt werden könnten. Dies könnten vor allem Handels- und Wirtschaftsbeziehungen sein, sagte Uschakow. »Donald Trump ist sehr daran interessiert, dass während seiner Amtszeit ein Durchbruch erzielt wird.«
Mit dem Hinweis auf vermeintliche Spekulationen bezog sich Uschakow
auf Vorwürfe, Russland verstärke Sabotagekampagnen gegen europäische
Unterstützer der Ukraine. In Deutschland hatte zuletzt ein Vorfall am
Flughafen Leipzig/Halle für Aufsehen gesorgt, bei dem eine mit
Sprengstoff beladene Drohne zwischen mehreren Frachtmaschinen gefunden
wurde. Die deutsche Bundesregierung macht Russland dafür
verantwortlich, die russische Regierung weist dies zurück.
»Die Mythen, die über
die russische Bedrohung verbreitet werden, dienen den Europäern als
Vorwand, ihre Unterstützung für die Ukraine und ihre eigenen
Militärausgaben zu verstärken«, sagte Uschakow mit Blick auf die massive
Aufrüstung in Europa. Auch Deutschland will angesichts der
wahrgenommenen Bedrohungslage im kommenden Jahr noch mal deutlich mehr
Geld in Rüstung investieren und dafür unter anderem bei Sozialausgaben
sparen.
Militärausgaben
Deutschland rüstet auf
Bundeshaushalt:
Fast jeder dritte Euro für Panzer und Drohnen
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Aufrüstung:
»Weder Panzer noch Drohnen entscheiden Kriege, sondern Menschen«
Reise von US-Gesandten wird positiv bewertet
Das Telefonat zwischen Trump und Putin folgte auf eine Reise von US-Sondervermittler Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner nach Russland am vergangenen Wochenende. Sie galten als Versuch, die zuletzt festgefahrenen Gespräche zwischen den USA und Russland über ein Ende des Ukrainekriegs neu zu beleben. Den Besuch bewerte man in Moskau wie in Washington positiv, sagte Uschakow. Kushner und Witkoff waren auch zu Gesprächen in der Ukraine gewesen. Auch mögliche Dreiergespräche der Kriegsparteien mit den USA standen dabei offenbar im Raum.
Russland und die Ukraine liegen in der Frage, wie der russische Angriffskrieg beendet werden kann, weiterhin weit auseinander. Beide Seiten haben ihre Angriffe aufeinander in den letzten Monaten eskaliert. Eine der russischen Regierung nahestehende Person erklärte zuletzt, Putin sei weiterhin entschlossen, die vollständige Kontrolle über den verbleibenden Teil der Region Donezk in der Ostukraine zu erlangen – etwas, das Kyjiw nach eigenen Angaben mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vehement bekämpfen will.