Nach dem massenhaften Grenzübertritt Zehntausender Migranten aus Marokko fordert Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas ein härteres Vorgehen der EU gegenüber Rabat und dauerhafte europäische Unterstützung für die spanische Exklave. «Die Lage ist unhaltbar. Wir brauchen die Unterstützung der EU, um zur Normalität zurückzukehren. Wenn Ceuta fällt, fällt Europa», sagte Vivas laut Euronews am Dienstag in Brüssel.

Reduan Dris/EPA/Keystone

Migranten schlafen im Freien auf einer Strasse in Ceuta (Symbolbild)

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Nach Regierungsangaben gelangten am 30. und 31. Juli rund 72.000 Menschen schwimmend oder über die Grenzanlagen nach Ceuta; Vivas spricht von etwa 80.000. Wie viele geblieben sind, ist unklar. Schätzungen reichen von 5000 bis 15.000. Laut Euronews kamen bei dem Ansturm mehr als 150 Menschen im Meer ums Leben. Unter den in Ceuta verbliebenen Migranten befinden sich auch unbegleitete Minderjährige.

Vivas wirft Marokko eine «Politik der Schikane» gegen Ceuta vor. Damit stellt er sich gegen die Linie der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez. Madrid macht Falschmeldungen in sozialen Medien und Schleuser für den Massenansturm verantwortlich und bezeichnet Marokko weiterhin als «verlässlichen Partner» bei der Eindämmung irregulärer Migration. Auch die EU-Kommission hält an der Zusammenarbeit fest. Die EU unterstützt Marokkos Migrationsmanagement laut Euronews bis 2027 mit 160 Millionen Euro.

Vivas fordert eine permanente Präsenz von Frontex und der EU-Asylagentur sowie europäische Gelder für Grenzanlagen und die Versorgung der Migranten. Ceuta und Melilla sollten wegen ihrer Lage als einzige EU-Landgrenzen mit Afrika zudem einen Sonderstatus in der europäischen Migrationspolitik erhalten. Vivas traf dazu drei EU-Kommissare. Konkrete Zusagen gab es zunächst nicht. Die EU-Kommission will noch diese Woche eine technische Mission nach Ceuta schicken, um die Lage vor Ort zu prüfen.