Nobelpreis der Künste

Herbert Blomstedt erhält „Praemium Imperiale“

09.09.2026 von Larissa Schütz

Er gilt als einer der weltweit wichtigsten Kunstpreise: der japanische „Praemium Imperiale“. Dirigent Herbert Blomstedt erhält ihn dieses Jahr in der Kategorie Musik. Der Preis ist mit 15 Millionen Yen (rund 80.500 Euro) dotiert und wird in insgesamt fünf Kategorien vergeben. Neben Blomstedt wird auch die australische Schauspielerin Cate Blanchett ausgezeichnet.

Dirigent Herbert Blomstedt | Bildquelle: picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt

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Der japanische „Praemium Imperiale“, der auf Anregung des japanischen Kaiserhauses seit 1989 jährlich von der Japan Art Association vergeben wird, gilt als Nobelpreis der Künste. Einer der Preisträger dieses Jahr: die 99-jährige schwedische Dirigenten-Legende Herbert Blomstedt. In der Begründung wird vor allem seine Vitalität gelobt, mit der er seit vielen Jahrzehnten immer wieder bekannten Orchestern und Partituren begegnet: „Anstatt mit zunehmendem Alter langsamer zu werden, haben seine Interpretationen oft ein noch stärkeres Gefühl für Perspektive gewonnen und zeigen eine seltene Fähigkeit, vertraute Werke mit erneuter Frische und Weisheit zu erhellen.“

Auch Cate Blanchet erhält Auszeichnung

Seit seiner Gründung wurde der Preis an insgesamt 185 Künstlerinnen und Künstler verliehen, die in den Sparten Malerei, Skulptur, Architektur, Musik und Theater/Film wirken und deshalb „für ihre Leistungen, für den Einfluss, den sie international in der Kunst ausüben, und für ihre Bereicherung der Weltgemeinschaft“ ausgezeichnet werden, wie es auf der offiziellen Seite des „Praemium Imperiale“ heißt. In der Kategorie Musik finden sich neben Blomstedt namhafte Preisträgerinnen und Preisträger wie Anne-Sophie Mutter, Martha Argerich oder Plácido Domingo. In der Kategorie Theater/Film wird heuer die australische Schauspielerin Cate Blanchett ausgezeichnet.

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Zu Japan hat Blomstedt über Jahrzehnte weg eine starke Bindung augefbaut und das Land auf zahlreichen Tourneen bereist. Umso schmerzlicher viel seine Absage für Konzerte mit dem  NHK Symphony Orchestra in Tokio aus. Im Oktober wäre er mit dem Orchester aufgetreten, musste jedoch aus gesundheitlichen Gründen absagen, weswegen er sich in einer persönlichen Nachricht an sein japanisches Publikum wandte: „Es tut mir sehr leid, dass ich im Oktober nicht zu meinem geschätzten Orchester nach Tokio kommen kann.“ Zuletzt musste er auch seine Konzerte im September mit dem Gewandhausorchester absagen, da er sich im Frühjahr eine Infektion zugezogen hatte, von der er sich immer noch nicht ganz erholt hat. Seinen 100. Geburtstag im nächsten Jahr plant er allerdings wieder mit dem Gewandhausorchester zu feiern, dessen Kapellmeister er von 1975 bis 1985 war.

Autorin: Larissa Schütz