Elf echte Rembrandt-Gemälde, deren Autorschaft quasi amtlich, durch das Rembrandt Research Project, Amsterdam, bestätigt wurde, zeigt die fulminante Kunstausstellung der Friedenstein-Stiftung in Kooperation mit Hessen Kassel Heritage; 83 weitere Bilder stammen von Schülern, Zeitgenossen und Freunden, teils mit ungeklärter Zuschreibung, oder zählen zum subtilen Metier der Grafik. So etwas lässt sich niemand entgehen, der sich auch nur ein bisschen für Malerei interessiert.

Rätselvoller „Heimkehrer“ steht im Zentrum der Schau

Trotzdem: Für Kenner geht es genau um die Zuschreibungsfrage, die sich am „Bärtigen alten Mann“ entzündet, einer Charakterstudie von 1630/31 aus dem Leidener Gemeinschaftsatelier eines gewissen Rembrandt Harmenszoon van Rijn und Jan Lievens. Das seit dem spektakulären Gothaer Kunstraub von 1979 verschollen gewesene und nach 40 Jahren glücklich zurückgewonnene Bild steht im Zentrum der Schau. Ein echter Rembrandt? Vieles spricht dafür. Doch fehlen die Beweise. Im Vergleich mit benachbarten Werken mag jede Besucherin und jeder Besucher sich selbst ein Urteil bilden.

Darüber hinaus ist die etwas porträtlastige Ausstellung ein famoser Augenschmaus; 1632 war ein Schlüsseljahr im Leben des jungen Rembrandt: Er zieht nach Amsterdam, lernt Saskia, seine spätere Ehefrau, kennen und legt sein Monogramm ab, um fortan nur noch mit seinem Vornamen zu signieren – wie es vor ihm nur Größen à la Santi und Buonaroti taten; wir kennen sie daher nur als Raffael und Michelangelo.