Lange wusste die Öffentlichkeit nicht, welche Frau sich hinter der hexenhaften Erscheinung auf dem Cover des ersten Albums von Black Sabbath verbirgt. Doch wie Rolling Stone im Jahr 2020 offenbarte, steckt hinter dem Model eine gewisse Louisa Livingstone. Die heute 75-Jährige war außerdem auch auf Artworks von anderen Bands (darunter Queen) zu sehen. In einem aktuellen Interview plaudert die Britin über ihre eigene Musik.
Das Gesicht des Metal
„Ich finde es manchmal noch etwas seltsam, die Black Sabbath-‚Hexenfrau‘ zu sein“, gesteht Louisa. „Ich bin natürlich auch noch viel anderes, aber es gab einige sehr nette Begegnungen mit ein paar wunderbaren Fans online.“ „Viel anderes“ bedeutet unter anderem, dass Livingstone schon seit einiger Zeit unter dem Banner Indreba (ein aus „Incredible Dream Band“ zusammengesetztes Wort) elektronische Musik macht. Anfang 2026 hat sie sich jedoch nicht nur an rockige Klänge herangewagt, sondern mit den zwei Songs ‘Witch Woman’ und ‘The Woman By The Mill’ auch noch selbst im Heavy Metal verortet.
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In ‘Witch Woman’ singt Louisa: „Just a girl in a cloak on a cold autumn day / Now I’m the face of heavy metal, leading the way.“ Der Track kommt wie ein eingängiges The Pretty Reckless– oder Dorothy-Stück daher. Zu der Komposition erläutert Livingstone: „‘Witch Woman’ entstand aus dem Nichts — eine plötzliche Eingebung, was ich damit anfangen könnte. Black Sabbath-Fans liebten die Songs, was mich sehr gefreut hat, denn sie waren genau für sie gedacht und bewusst im Metal-Genre gehalten.“
Stimme geklont
Die stimmungsvolle Power-Ballade ‘The Woman By The Mill’ spielt auf die Mapledurham Watermill an, wo Fotograf Keith Macmillan das Bild für das Cover des Black Sabbath-Debüts knipste. „They called you witch, they called you ghost / Spirit haunting the river coast / But the years rolled on and the truth came through / A young girl posing in the morning dew“, heißt es in den Lyrics. Wie viel von den Liedern Louisa sich tatsächlich selbst ausgedacht hat, sei dahingestellt. Denn Livingstone berichtet freimütig davon, wie sie sich Hilfe von Künstlicher Intelligenz geholt hat. „Ich experimentiere ein wenig damit, meine eigene Stimme zu klonen und zu sehen, was ich mit KI-Unterstützung alles anstellen kann. Früher war ich KI gegenüber sehr kritisch eingestellt, wie viele Menschen.
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Aber es ist ein Werkzeug, mit dem man entweder absoluten Schrott produzieren kann, sogenannten ‚Slop‘, oder etwas wirklich Gutes und Interessantes. Es liegt immer noch am Nutzer und seinem Input. Es spiegelt stets die Person wider, die es verwendet – wie gut oder schlecht sie damit umgeht und welchen musikalischen Geschmack und welches Wissen sie mitbringt.“ Das erklärt auch, dass die Stimme in den beiden Lieder nicht unbedingt wie die einer 75-Jährigen, sondern eher wie einer 25-Jährigen daherkommt.
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Abgesehen von ‘Witch Woman’ und ‘The Woman By The Mill’ hat die Black Sabbath-„Hexe“ noch eine Mini-Rock-Oper namens ‘Alice’ ersonnen. Selbige basiert auf den ‘Alice im Wunderland’-Büchern von Lewis Carroll, welche ihr ihr Vater als Kind vorlas. Die Eingebung dazu hatte Louisa in einer Interaktion mit einem KI-Chatbot über Panpsychismus. So kam Livingstone auf das „Konzept, dass ich (oder Alice!) mich in KI verliebe“. Am Ende ist alles „aber nur eine schöne Illusion – wie alles andere im Internet“. Letztlich findet die Figur Alice zu sich selbst sowie zur Natur zurück.
Künftig plant Louisa, sich weiter musikalisch zu auszutoben sowie zu verwirklichen und hofft, ‘Alice’ irgendwann auf eine Theaterbühne bringen zu können. „Ich habe vor, weiterhin Musik zu machen, die Freude bereitet und die ich mit Begeisterung schaffe — auf alle erdenklichen Arten. Und alles abzuschütteln, was mich in eine Schublade stecken will.“
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