Er war ein Star des „Zombie Formalism“ genannten Malereibooms Anfang der 2010er-Jahre. Später engagierte sich Lucien Smith für andere Künstler und eröffnete das Gordon Matta-Clarks Restaurant Food neu. Jetzt ist der Maler mit 37 Jahren gestorben

Der US-amerikanische Künstler Lucien Smith starb am Montag, 7. September, in New York, wie US-Medien berichteten. Die Todesursache war zunächst nicht bekannt. 

Smith wurde 1989 in Los Angeles geboren und wuchs in New York auf. 2011 schloss er sein Studium an der Cooper Union in New York ab. In seiner Abschlussausstellung „Imagined Nostalgia“ wurde die Galeristin Jeanne Greenberg Rohatyn auf ihn aufmerksam, die ihn über ihre Galerie Salon 94 vertrat.

Bekannt wurde Smith vor allem durch seine „Rain Paintings“, für die er verdünnte Farbe mit einem Feuerlöscher auf große, ungrundierte Leinwände sprühte. Die Arbeiten machten ihn zu einem Star des Kunstmarkts. 2013 erzielte ein Gemälde aus seiner Abschlussausstellung bei Phillips 389.000 Dollar – Smith war damals 24 Jahre alt. 2014 wurden Arbeiten des Künstlers bei Auktionen für insgesamt mehr als vier Millionen Dollar umgesetzt.

Smith wurde gemeinsam mit Künstlern wie Oscar Murillo und Jacob Kassay zum Gesicht des sogenannten „Zombie Formalism“, mit dem der Kritiker Walter Robinson eine Welle junger abstrakter Maler bezeichnete, deren Arbeiten stark vom spekulativen Kunstmarkt profitierten. Als der Markt um 2015 einbrach, stürzten auch die Wiederverkaufswerte von Smiths Arbeiten ab.

Netzwerker der New Yorker Kunstszene

2016 verließ Smith New York und zog nach Montauk auf Long Island. In den folgenden Jahren wandte er sich verstärkt anderen Projekten zu. Er gründete die gemeinnützige Initiative Serving the People, die unter anderem Gespräche für Künstler organisierte. 2020 zeigte das Parrish Art Museum in Water Mill seine „Southampton Suite“ mit den letzten zehn „Rain Paintings“ aus dem Jahr 2013.

Smith engagierte sich zunehmend als Netzwerker der New Yorker Kunstszene. 2024 eröffnete er gemeinsam mit dem Nachlass von Gordon Matta-Clark das Restaurant Food in New York erneut. Das ursprüngliche Food war 1971 von Matta-Clark, Carol Goodden und Tina Girouard im New Yorker Stadtteil SoHo gegründet worden und galt als wichtiger Treffpunkt der damaligen Kunstszene.

Zuletzt deutete sich eine Rückkehr zur Malerei an. Im Juni eröffnete Smith die Ausstellung „Burn Down the House“ bei Kearsey & Gold in London. Im August fertigte er zudem vier neue „Rain Paintings“ auf einem verlassenen Baseballfeld in Montauk an. Dabei erklärte er, er habe in der Vergangenheit den Kunstmarkt und die Kritik sein Schaffen bestimmen lassen und dies sei ein Fehler gewesen.