Wien plant in der Donaustadt eine neue Abfallbehandlungsanlage. Baubeginn wäre frühestens 2030, die Inbetriebnahme ist für 2034 vorgesehen. Für das Projekt werden zunächst 13,7 Millionen Euro für Planungen bereitgestellt.

Wien startet die konkreten Planungen für eine neue Abfallbehandlungsanlage in der Donaustadt. Die Anlage soll neben der bestehenden Reststoffdeponie Rautenweg entstehen und langfristig die Entsorgungssicherheit der wachsenden Stadt sichern.

Die Wiener Bevölkerung soll bis 2055 auf rund 2,4 Millionen Menschen wachsen. Besonders stark wird das Wachstum laut Stadt im Nordosten erwartet: Für Floridsdorf wird bis 2045 ein Plus von 19 Prozent prognostiziert, für die Donaustadt 39 Prozent.

Neue Anlage soll ab 2034 in Betrieb gehen

Die neue Behandlungsanlage für Wiener Siedlungsabfälle ist im aktuellen Regierungsprogramm der Stadt festgeschrieben.

Der Zeitplan sieht derzeit einen frühestmöglichen Baubeginn 2030 vor. Die Inbetriebnahme ist für 2034 geplant.

Die bestehenden Anlagen Flötzersteig und Spittelau sollen ab 2035 saniert werden. Gerade deshalb brauche Wien zusätzliche Kapazitäten, argumentiert die Stadt. Die neue Anlage im 22. Bezirk soll insbesondere die Versorgungssicherheit bei Rest- und Sperrmüll stärken.

13,7 Millionen Euro für die nächsten Planungsschritte

Für die jetzt anlaufenden Planungsarbeiten werden insgesamt 13,7 Millionen Euro beschlossen.

Damit sollen unter anderem notwendige Gutachten und Untersuchungen finanziert werden. Die Flächen im Bereich des Rautenwegs sind laut Stadt bereits gewidmet und teilweise im Besitz der Stadt.

Die tatsächlichen Gesamtkosten der neuen Anlage stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Für das Projekt werden allerdings bereits 240 Millionen Euro bis 2034 aus dem laufenden Budget reserviert.

Was in der Anlage passieren soll

Technologisch ist eine Kombination aus Wertstoffrückgewinnung und energetischer Verwertung vorgesehen.

Ziel ist, Wertstoffe aus dem Wiener Restmüll möglichst weitgehend zurückzugewinnen und die verbleibenden Stoffe energetisch zu nutzen.

Damit soll die Anlage zur Wiener Kreislaufwirtschaft beitragen und gleichzeitig die Abhängigkeit von externen Entsorgungsmöglichkeiten gering halten.

Begrünte Fassaden und Photovoltaik geplant

Auch baulich soll die neue Anlage auf Nachhaltigkeit ausgerichtet werden.

Vorgesehen sind unter anderem Recyclingbaustoffe, begrünte Fassaden und Dachflächen sowie Photovoltaikanlagen.

Zum Konzept gehört außerdem ein elektrischer Fuhrpark mit E-Ladestationen am Standort.

Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky bezeichnete die Planung als wichtigen Schritt für die zukünftige Entsorgungssicherheit und Kreislaufwirtschaft der Stadt.

Grundlage ist eine zweijährige Umweltprüfung

Bevor die konkrete Planung nun startet, wurde eine Strategische Umweltprüfung durchgeführt.

Diese dauerte zwei Jahre und wurde laut Stadt gemeinsam mit Vertreter:innen der Stadt Wien und Expert:innen verschiedener Umweltgruppen erarbeitet.

Dabei wurden die Grundlagen für die nun folgenden Planungs- und Untersuchungsarbeiten geschaffen.

Wien will Müll weiterhin innerhalb der Stadt behandeln

Wien verfolgt mit dem Projekt einen langfristigen Kurs: Das gesamte Müllaufkommen aus den Haushalten soll weiterhin mit Anlagen innerhalb der Stadtgrenzen behandelt werden.

Die geplante Anlage beim Rautenweg soll dabei helfen, auch künftig ausreichend Kapazitäten bereitzuhalten.