Die Preise sind gestiegen, da die Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran die Sorgen hinsichtlich der LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus verstärkt haben. Vor dem Konflikt wurden über diese Wasserstraße rund 20 % des weltweiten LNG-Handels abgewickelt. Durch ihre faktische Schließung sind diese Lieferungen seit mehreren Monaten blockiert.
Der TTF-Kontrakt notierte seit Jahresbeginn in einer Spanne von etwa 26,50 € bis 79 €/MWh, da der Konflikt zu einem wachsenden Risikoaufschlag bei den europäischen Gaspreisen führte. Zudem ist es für Händler weniger attraktiv geworden, Gas einzuspeichern. Da Gas im Sommer üblicherweise günstiger ist als im Winter, können Unternehmen es kaufen, einlagern und später wieder verkaufen.
Die Krise im Nahen Osten hat jedoch die Preise für die kurzfristige Lieferung in die Höhe getrieben, während die Märkte für den weiteren Jahresverlauf mit einer Verbesserung der Versorgungslage rechnen. Dies hat den finanziellen Anreiz zur Wiederbefüllung der Speicher in einigen europäischen Ländern geschwächt. Die europäischen Speicherstände sind ungewöhnlich niedrig, was jedoch nicht bedeutet, dass dem Kontinent das Gas ausgeht.
Sollten sich die Exporte aus dem Nahen Osten nur schleppend erholen, müsste der TTF-Preis für Dezember 2026 nach Schätzungen von Goldman-Sachs-Analysten womöglich auf über 100 €/MWh steigen, um genügend LNG nach Europa zu locken. Zum Vergleich: Das Basisszenario von Goldman Sachs lag bei 50 €/MWh.