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Linz (Österreich) – Eine Urlauberin aus Österreich wollte im Juli 2024 mit Ryanair nach Mallorca. Dabei soll ihr Flug rund 13 Stunden Verspätung gehabt haben. Ihr Anwalt forderte von der Billigfluggesellschaft wohl eine Entschädigung von 392,87 Euro – doch die Airline verweigert angeblich die Zahlung. Laut Medienberichten ließ der Rechtsanwalt am Montag eine ganze Ryanair-Boeing 737 am Linzer Flughafen von einem Gerichtsvollzieher pfänden. Gegenüber BILD äußerte sich jetzt auch Ryanair zur angeblichen Pfändung.
13 Stunden Verspätung
Laut Kronenzeitung wollte die Frau aus Asten (Bezirk Linz-Land) am 11. Juli 2024 ihre Urlaubsreise antreten. Der geplante Abflug von Linz nach Palma de Mallorca verzögerte sich aber um 13 Stunden. Also trat sie von diesem Flug zurück und wählte eine anderen. Der war 105,2 Euro teurer. Nach ihrem Malle-Urlaub habe Ryanair der Passagierin den ursprünglichen Ticket-Preis zurückerstattet, hieß es. Aber die wohl übliche Entschädigung von 250 Euro und die Mehrkosten blieb die Billig-Airline der Frau laut Bericht bis zum heutigen Tage schuldig.
Kuckuck an Bord
Um das Geld einzutreiben, erwirkte die Frau durch ihren Anwalt beim Bezirksgericht Traun einen in Österreich so genannten „Exekutionsbescheid“. Diesen Bescheid nennt man im Volksmund „Kuckuck“. Am Montag betraten laut Kronenzeitung also ein Flughafen-Mitarbeiter, ein Rechtsanwalt und ein Gerichtsvollzieher (österr.: Exekutor) eine auf dem Feld des Linzer Flughafens parkende Boeing 737 und forderten vom Piloten die ausstehende Summe von 392,87 Euro.
Da auf Ryanairflügen ausschließlich bargeldlos gezahlt wird, gab es keine Bordkasse zu pfänden. Rechtsanwalt Georg Wageneder sagte der Kronenzeitung: „Dann hat sogar der Pilot angeboten, den geforderten Betrag zu bezahlen. Aber der wollte nur mit Karte zahlen und das akzeptierte der Exekutor nicht“. Und so sei schließlich der Kuckuck in der Maschine gelandet.

Der Kuckuck ist in Österreich eigentlich ein Adler
Foto: imago stock&people
Ryanair habe nun eine Frist, um zu reagieren. Im schlimmsten Fall könne das Flugzeug eingezogen und letzten Endes sogar versteigert werden, hieß es. Ryanair reagierte am frühen Mittwochnachmittag auf BILD-Nachfrage wie folgt: „Das ist nicht wahr. Keines unserer Flugzeuge wurde beschlagnahmt. Alle Berichte, die etwas anderes behaupten, sind sachlich falsch.“