Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage…gemäß dem Gesetz der Serie jahresübergreifend in der Bundesliga-Saison 2025/26 dürfte am Sonntag (14:30 Uhr, Ligaportal-LIVETICKER) für den SK Puntigamer Sturm Graz wieder ein Sieg folgen. Zumal in Runde 20 mit Schlusslicht FC Blau-Weiß Linz auch noch einer der Lieblingsgegner der Steirer kommt. Ist der amtierende Meister gegen die Stahlstädter in bisher sieben Spielen im Oberhaus noch unbesiegt und verbuchte sechs Dreier und ein Remis.

Gelingt dem SK Sturm Graz im achten Duell mit dem FC Blau-Weiß Linz der „siebte Streich“, respektive Sieg? Im Hinspiel am 18. Oktober setzten sich Maurice Malone & Co. mit Mühe mit 4:3 im Hofmann Personal Stadion am Donaupark durch.

Neuer Prozess, neue Ära

Allerdings boten die bisherigen Auftritte des SK Sturm im neuen Kalenderjahr in drei Bewerben spielerisch nur wenig Erbauliches. In der Europa League schieden die Steirer aus und auch im ÖFB-Cup war in Altach im Viertelfinale Endstation. In der Bundesliga gab es ein Auf und Ab. Die Stimmungslage rund um die Mannschaft wirkte entsprechend gedämpft. Neo-Cheftrainer Fabio Ingolitsch beschrieb das Innenleben seines Teams zuletzt selbst als leicht gedrückt. In dieser Phase liefern vor allem Zahlen Argumente für Zuversicht.

So ist Sturm in der Bundesliga-Historie gegen den FC Blau-Weiß Linz noch ungeschlagen – sechs Siege und ein Remis sprechen eine klare Sprache. Zudem folgte in 2026 auf jede Niederlage bislang eine unmittelbare Reaktion in Form eines Erfolges. Auch in Graz präsentierten sich die Schwarz-Weißen zuletzt stabil: Beide jüngsten Heimspiele – jeweils mit 1:0 – wurden gewonnen. Ironie der Resultate: Waren die „Schwoazn“ in der Herbstsaison auswärts eine Macht (7S!), um demgegenüber in der heimischen Merkur Arena gleich sieben Niederlagen zu kassieren, scheint es sich im Frühjahr womöglich zu wandeln.

Fabio Ingolitsch, der die Nachfolge von Jürgen Säumel angetreten hat, sieht seine Mannschaft trotz aller Kritik auf einem Weg, der Geduld erfordert. Der 33-Jährige machte deutlich, dass sich der Klub in einer Phase tiefgreifender Veränderungen befinde. Sturm präsentiere sich gewissermaßen neu, arbeite mit einer nahezu runderneuerten Mannschaft und habe einen frischen Entwicklungsprozess angestoßen, der den Beginn einer neuen Ära markieren solle.

Ausfall von Kiteishvili und Gazibegovic nur schwer zu kompensieren

Entsprechend forderte der gebürtige Salzburger von seiner Elf, an die jüngsten Heimauftritte anzuknüpfen und mit Energie sowie Leidenschaft aufzutreten. Gelingt ein Erfolg, könnte der derzeit Rangvierte Sturm – abhängig vom Abschneiden der Konkurrenz – sogar an die Tabellenspitze vorstoßen.

Die personellen Rahmenbedingungen erschweren das Unterfangen allerdings. Neben mehreren Abgängen hat Ingolitsch auch Verletzungen zu beklagen. Kreativspieler Otar Kiteishvili sowie Winterneuzugang bzw. Rückkehrer Jusuf Gazibegovic fallen aufgrund muskulärer Probleme aus. Hinter dem 28-jährigen bosnischen Linksverteidigers Emir Karić, gebürtige Linzer und aus der LASK-Jugend stammend, steht wegen eines Hexenschusses ein Fragezeichen.

Vor dem Duell mit dem FC Blau-Weiß Linz ist die Ausgangslage somit vielschichtig: Zwischen statistischer Zuversicht und strukturellem Umbruch sucht Sturm nach einem Befreiungsschlag – und nach einem Signal, dass der eingeschlagene Weg bereits erste Früchte trägt.


Siehe auch:

FC Blau-Weiß Linz mit neuem Schwung zum SK Sturm Graz

Bundesliga-Vorschau Runde 20: Kommt es zum Wechsel an der Spitze?

Baumis BL-Expertentipp für Runde 20: „Was ist in der Bundesliga derzeit schon normal?“

Fotocredit: Lukas Biereder