Die Einkaufsstraße im dritten Bezirk wird in den nächsten Jahren zur Baustelle. Verkehrsberuhigung und Begrünung stehen auf dem Programm. Der Bezirk selbst wollte außerdem eine 30er-Zone – ohne Erfolg.

Lang, sehr lang wurde darüber sinniert, nun ist es soweit: Die Landstraßer Hauptstraße im dritten Bezirk wird umgestaltet. Am Mittwoch wurde mit dem ersten Bauabschnitt begonnen. Insgesamt wird die zentrale Einkaufsstraße im Bezirk verkehrsberuhigt: Zwei Begegnungszonen soll es geben, Radwege sollen verbessert, der Platz für Fußgänger ausgeweitet und die Straße stärker begrünt werden.

Beim ersten Abschnitt entsteht zwischen Juchgasse und Schlachthausgasse nun auf rund 700 Metern beidseitige, baulich getrennte Ein-Richtungs-Radwegen. Zusätzlich sind etwa 100 neue Radabstellplätze vorgesehen. Neben den bestehenden 69 Bäumen werden weitere Bäume und Sträucher gepflanzt, die künftig Schatten spenden sollen. Die Fertigstellung dieses Abschnitts ist bis Sommer 2027 geplant.

 So soll die Landstraßer Hauptstraße künftig aussehen.

So soll die Landstraßer Hauptstraße künftig aussehen.  ZOOM visual project gmbh

Nach Abschluss des ersten Abschnitts sind weitere Maßnahmen geplant. Vorgesehen sind zwei Begegnungszonen – eine im Bereich Rochusmarkt zwischen Weyrgasse und Erdbergstraße/Kundmanngasse sowie eine zwischen Barichgasse und Juchgasse. Dort sollen sich künftig alle Verkehrsteilnehmer den Straßenraum teilen. Die Durchfahrt von öffentlichem Verkehr und Individualverkehr wird weiterhin möglich sein.

Nicht kommen wird die vom Bezirk geforderte 30er-Zone für die Straße. Erst im Dezember war ein entsprechender Antrag im Bezirksparlament angenommen worden. Diesem Tempolimit erteilte Verkehrsstadträtin Ulli Sima eine Absage, denn man wolle den öffentlichen Verkehr nicht ausbremsen. Die Baustelle und dann die beiden Begegnungszonen würden die Straße als Durchzugsstrecke ohnehin unattraktiver machen. Und in den Begegnungszonen werde ohnehin nur Tempo 20 gelten, so Sima.

Im Zuge der Bauarbeiten werden 5700 Quadratmeter Fläche entsiegelt, etwa 1200 Quadratmeter neue Grünflächen geschaffen sowie 28 Bäume und fünf Hochstammsträucher gepflanzt, hieß es am Mittwoch von der Stadt Wien.

Die Umgestaltung basiert auf einem Beteiligungsprozess: Im Rahmen von Online-Beteiligungen, Informationsveranstaltungen und Infoständen wurden rund 15.000 Vorschläge von Anrainern gesammelt. Besonders häufig genannt wurden Wünsche nach Verkehrsberuhigung, sicheren Radverbindungen, mehr Begrünung sowie einer Aufwertung des öffentlichen Raums. Gleichzeitig wurde Wert darauf gelegt, die Funktion der Straße als Geschäfts- und Verkehrsstandort zu erhalten. (twi)

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