Wollte meine jährliche Heizöllieferung tätigen. War zehn Minuten in der Warteschleife. Komisch, dachte ich, Frau Burtscher ist doch immer sofort ans Telefon gegangen. Als mir das Gedudel am Ohr zu blöd wurde, legte ich auf. Eine Minute später klingelte es. Frau Burtscher rief zurück und entschuldigte sich. In der Firma gehe pausenlos das Telefon. „Verständlich“, sagte ich, „kaum fällt das Thermometer ein paar Grad, wollen alle Heizöl bestellen.“ Es sei gerade umgekehrt, meinte Frau Burtscher. Niemand bestelle momentan Heizöl. Dennoch rufe jede Minute wer an, um sich zu erkundigen, was 100 Liter kosten. „Es gibt Leute, die telefonieren am Vormittag und am Nachmittag und wollen dann den gestrigen Preis haben.“ – „Kein Wunder. Man fragt sich wirklich, ob es sich noch um Literpreise handelt oder bereits um die Monatsmiete“, antwortete ich. „Ja die Märkte reagieren nervös“, sagte sie. Ich hörte es an ihrer Stimme, dass das ein Satz war, den sie auf einer Schulung gelernt hatte, um der Kundschaft eine Art Erklärung für die Preistreiberei zu geben. „Nervös reagiere vor allem ich, wenn ich momentan an der Zapfsäule stehe. Kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit der Straße von Hormus!“