
11. März 2026, 17:03 Uhr |
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Einsame Inseln sind ein Gegenmodell zu überlaufenen Touristenorten. Doch gibt es die auch in Europa? TRAVELBOOK stellt sechs europäische Inseln vor, auf denen man dem Trubel entrinnen und ein bisschen mit sich und in der Natur allein sein kann.
Ist der Alltag voll mit Terminen und Mental Load, sehnt sich das Nervensystem nach Entschleunigung, Ruhe und Einfach-sein-dürfen. Und wo geht das besser als auf einer (fast) einsamen Insel oder zumindest einer, auf der man sich nicht mit zig anderen Touristen in Schlangen zu drängen braucht, um das immer gleiche Foto zu machen? Sechs Inseln für einen Ruheurlaub in Europa, die (noch) nicht überlaufen und teils sogar wirklich einsam sind.
Heimaey, Vestmannaeyjar, Island
Laut „CNN“ leben auf Heimaey (großes Bild oben) mehr Papageientaucher als Menschen. Die Insel gehört zur Gruppe der Vestmannaeyjar und liegt vor der Südküste Islands. Neben Papageientauchern gibt es auf Heimaey vor allem eins: Natur. Grüne Klippen und Landschaften, schwarze Sandstrände, Vulkane und Berge, dazu Schafe, Meer und Ruhe. Einsame Wanderwege führen über die Insel und bieten vielerorts fantastische Ausblicke über den Ozean.
Rund 4.500 Menschen leben auf der größten der Westmännerinseln. Neben knapp einer Million Papageientaucherpaaren, die wiederum die größte atlantische Papageitaucherkolonie der Welt bilden. Laut der Infoseite iceland.de werden diese bis heute gefangen und ihre Eier gesammelt. „Dabei wird allerdings darauf geachtet, die Bestände nicht zu gefährden“, heißt es auf der Seite. Die Vögel ziehen während der Brutzeit auch viele Besucher an, dann wird es ein bisschen voller auf Heimaey. Wer absolute Ruhe bevorzugt, sollte die Insel jedoch vor allem am ersten Wochenende im August meiden. Dann platze sie aus allen Nähten, heißt es auf der Infoseite. An drei Tagen und Nächten findet in dieser Zeit das Nationalfest der Westmänner statt, an dem Inselbewohner wie tausende Festlandgäste teilnehmen.
Nach Heimaey gelangt man mit einer Fähre, die mehrmals am Tag zwischen der Insel und Landeyarhöfn an der Südküste Islands verkehrt. Die Fahrt dauert in der Regel rund eine halbe Stunde.
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Rathlin Island, Nordirland

Die Insel Rathlin Island liegt vor der Küste Nordirlands Foto: Getty Images
Rathlin Island ist etwa 9,7 Kilometer lang und 1,6 Kilometer breit und befindet sich vor der Küste Nordirlands. Auf der malerischen Insel an der Causeway Coastal Route wohnen rund 150 Menschen. Ansonsten trifft man hier auf tausende Seevögel, wie etwa Papageientaucher, Trottellummen, Dreizehenmöwen und Tordalken, die ihre Brutplätze auf beeindruckend zerklüfteten Klippen finden. Außerdem können Besucher auf Rathlin Island Seehunde und Kegelrobben beobachten. Zahlreiche Wanderwege führen durch eine fast unberührte Landschaft mit grünen Wiesen, und an vielen Stellen bekommt man schöne Ausblicke über den Atlantik. Außerdem ist die Insel bei Tauchern beliebt, die vor der Küste mehrere historische Schiffswracks entdecken können. Die Insel erreicht man mit einer Fähre von Ballycastle in etwa 30 bis 40 Minuten.
Schiermonnikoog, Niederlande

Schiermonnikoog gilt als schönster Ort der Niederlande Foto: Getty Images
Die Watteninsel Schiermonnikoog liegt im Nordosten der Niederlande und unweit der Grenze zu Deutschland. Laut der gleichnamigen Infoseite hat sie nicht nur den breitesten Sandstrand Europas, sie wurde von den Niederländern in der Vergangenheit offenbar auch zum schönsten Ort des Landes gekürt. Und dieser Ort ist nicht besonders groß: Die Insel ist etwa 16 Kilometer lang und an ihren breitesten Stellen knapp vier Kilometer breit.
Auf Schiermonnikoog leben knapp 1000 Menschen. Diese dürfen hier Auto fahren, Touristen hingegen müssen auf der kleinen niederländischen Insel auf ihr Auto verzichten. Das Eiland besitzt jedoch etwa 30 Kilometer Radwege sowie etliche Möglichkeiten, in der Natur spazieren zu gehen. Es gibt Dünen und Wälder, die Insel hat sogar den Status eines Nationalparks. „Wenn Sie Ruhe, Platz und viel Natur suchen, ist dies der richtige Ort für Sie“, wirbt die Infoseite und ergänzt: „Erwarten Sie keine große Unterhaltung auf Schiermonnikoog.“
Zwischen Schiermonnikoog und Lauwersoog fährt mehrmals täglich eine Fähre. Die Überfahrt dauert etwa 45 Minuten.
Flores, Azoren, Portugal

Die Insel Flores ist Teil der portugiesischen Azoren Foto: Getty Images
Portugal ist ein inzwischen so beliebtes Reiseziel, dass von Ruhe und Abgeschiedenheit gerade in der Hochsaison an immer weniger Orten die Rede sein kann. Ein Stück Portugal mitten im Ozean bietet jedoch weiterhin absolute Naturruhe: die Azoren, ein Archipel im Atlantik.
Eine der Azoreninseln ist die Ilha das Flores, eine rund 141 Quadratkilometer große Vulkaninsel, die Naturliebhaber mit Kraterseen, Wasserfällen an dichten grünen und senkrecht stehenden Bergwänden sowie heißen Quellen begeistert. Die Infoseite azoren.eu bezeichnet die Blumeninsel als „wilde Schönheit“ und ein „Paradies für Wanderer“ mit ihren fünf Wanderwegen, die jedoch einen großen Teil der Insel abdecken. Die gesamte Insel ist ein Unesco-Biosphärenreservat. Rund 4000 Menschen leben auf Flores, besonders in den dörflich anmutenden Hauptorten Santa Cruz das Flores und Lajes das Flores.
Man erreicht Flores via Fähre oder Flugzeug von anderen Azoreninseln. Eine direkte Anreise aus Europa ist nicht möglich.
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Porto Santo, Foula, Île de Bréhat
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Beliebtes Fotomotiv
Wer wohnt eigentlich im „einsamsten Haus der Welt“?
Tiree, Schottland

Schottlands Insel Tiree wird auch als „Hawaii des Nordens bezeichnet“ Foto: Getty Images
Wunderschöne weiße Sandstrände, Winde und Wellen, die ideale Bedingungen für Windsurfer schaffen – das ist Tiree, die westlichste Insel der Inneren Hebriden. Die schottische Insel liegt vor der Westküste des Festlands und wird mitunter als „Hawaii des Nordens“ bezeichnet. Sie ist gerade einmal rund 19 Kilometer lang und 5 Kilometer breit, rund 800 Menschen nennen sie ihr Zuhause. Ansonsten ist es auf Tiree ruhig, mitunter haben Besucher Wander-, Radwege und Strände ganz für sich allein. Etwas voller wird es auf Tiree im Juli, wenn bis zu 2000 Menschen zum alljährlichen Tiree Music Festival anreisen.
Tiree erreicht man mit einer Fähre von Oban. Die Fahrtzeit beträgt rund vier Stunden. Eine andere Möglichkeit sind Flüge von Oban oder Glasgow.
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Lastovo, Kroatien

Lastovo gilt als einer der letzten Geheimtipps in Kroatien Foto: Getty Images
Kroatien und besonders Ziele wie Dubrovnik und Split platzen im Sommer aus allen Nähten. Nicht zuletzt sind die kroatischen Inseln für ihren ausufernden Partytourismus bekannt. Doch nicht so diese: Lastovo im Südwesten Kroatiens gilt weiterhin als Geheimtipp für alle, die auf der Suche nach Natur und Ruhe sind. Touristen kommen natürlich auch hierher und man ist auf Lastovo nicht allein. Angesichts dessen, dass 70 Prozent der Insel von Wald bedeckt sind und ein Teil der Insel zum Naturpark deklariert wurde, gibt es aber gute Chancen, Ruhe in der Natur zu finden. Die Insel ist von Kalksteinhügeln übersät, es gibt Steilküsten, Grotten sowie kleinere Buchten, in denen man baden kann.
Lastovo ist die größte Insel des gleichnamigen Archipels, bestehend aus 47 zerklüfteten Inseln in der Adria, und gehört zur kroatischen Region Dalmatien. Rund 750 Menschen leben dauerhaft auf der knapp 47 Quadratkilometer großen Insel. Diese ist gute vier Stunden mit der Fähre von Split entfernt, die Autofähren fahren zweimal täglich. Mit einem Katamaran erreicht man die Insel in rund drei Stunden. Von Korčula aus dauert die Fährfahrt knapp eineinhalb Stunden.