Nach der gewaltsamen Tötung eines Katers im Tiroler Unterland wurde nun ein ähnlicher Fall aus dem Burgenland bekannt: Ein 35-Jähriger hat am Sonntag in Rechnitz (Bezirk Oberwart) seine Katze mit einer Rohrzange erschlagen. Anschließend soll er versucht haben, den Kopf des Tieres mit einem Spaten abzutrennen. All das hielt er mit Videos und Fotos fest. Schließlich vergrub er die Katze in einem Misthaufen in seinem Garten. Als Grund gab der Mann gegenüber der Polizei an, dass sie ihn gekratzt habe. Er wurde festgenommen, teilte die Landespolizeidirektion Burgenland am Montag mit.
Alarmiert wurden die Einsatzkräfte von zwei Personen, die am frühen Nachmittag auf der Polizeiinspektion Rechnitz auftauchten und die Videos und Fotos des 35-Jährigen vorzeigten. Polizisten rückten daraufhin zu dessen Wohnadresse aus. Sie gruben die Katze aus dem Misthaufen aus und übergaben sie dem Veterinäramt. Das Tatwerkzeug wurde sichergestellt. Auf dem Grundstück fanden die Beamten auch Enten und Hühner, die jedoch keine Verletzungen aufwiesen. Ein Alkovortest bei dem Mann verlief positiv.
Der Verdächtige wurde in die Justizanstalt Eisenstadt gebracht. Über ihn wurde am Montag wegen Tatbegehungsgefahr Untersuchungshaft verhängt. Vorgeworfen wird dem Burgenländer Tierquälerei. Ein vorläufiges Waffenverbot wurde ausgesprochen.
Der Vorfall erinnert an den Tiroler Fall „Schmotzer“: Vier junge Unterländer mussten sich Anfang August vor dem Innsbrucker Landesgericht verantworten, nachdem sie im April in Brixen im Thale dem Leben des Katers mit einer Schaufel ein Ende gesetzt hatten. Die Tat wurde ebenfalls auf Video aufgezeichnet. Die vier Verdächtigen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren wurden rechtskräftig freigesprochen, was bei Tierschützer:innen für Empörung sorgte. Die zuständige Richterin erhielt Morddrohungen.
Derzeit läuft in dem Fall ein Verwaltungsstrafverfahren bei der zuständigen Behörde in Kitzbühel. Wann dieses abgeschlossen sein wird, ist noch offen. (TT.com, APA)