Musikalisch warst du schon immer vielseitig unterwegs. Zwischen Balladen, Industrial, Pop, Rock und Schlager ist eigentlich alles möglich. Kommt dir das heute noch mehr zu Gute in einer Zeit der Playlisten, wo Konsumenten immer weniger streng nach Genre hören?
Daran habe ich gar nicht gedacht. Ich mache die Musik, wie ich sie immer mache und will ein Album erzeugen, dass man hören kann, ohne einzuschlafen. Deshalb gibt es laute und leise Lieder und von allem etwas. Das Konsumieren von Musik ist heute anders geworden. Die Leute skippen schnell weg, weil man nur eine begrenzte Zeit hat und nicht alles hören kann. Ich frage mich oft, wie Spotify so entstehen konnte? Was haben die Musiker sich dabei gedacht, als man ihnen sagte, du kriegst einen kleinen Obolus dafür, dass die ganze Welt für immer und ständig all deine Musik hören kann. Musik ist doch Handarbeit, man arbeitet 365 Tage im Jahr daran. Ich bin in der luxuriösen Situation, dass die Leute auch zu den Konzerten hingehen, aber wie sieht das für junge Künstler aus, die gerade erst anfangen? Welche Zukunftsvisionen haben sie? Die Wertigkeit von Musik wird total abgestuft. Ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte. Du kannst auch nicht jedes Auto der Welt fahren für 9,99 Euro ohne Sprit und Versicherung zu zahlen.