Nicht nur die Stadt Ratingen feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag, sondern auch das Museum Ratingen. Zu seinem 100. Geburtstag präsentiert das Museum Ratingen an der Grabenstraße 21 nun eine umfassende Schau mit Glanzlichtern zeitgenössischer Kunst aus seiner Sammlung. Vertreten sind 28 Künstler, von denen rund die Hälfte bei der Ausstellungseröffnung am Freitag dabei sein werden.

Die Jubiläumsausstellung mit dem Titel „Linie Fläche Raum. 100 Jahre Museum Ratingen“ ist eine thematische Zusammenstellung aus Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Foto- und Videoarbeiten. Sie veranschaulichen die Entstehung der städtischen Kunstsammlung. Die besteht sowohl aus Ankäufen, Schenkungen und Leihgaben. Mit gezielten Ankäufen seit den 1980er Jahren wurde die Sammlung systematisch weiterentwickelt. Die Freunde und Förderer des Museum Ratingen, der Nachlass Prof. Peter Brüning, und private Stifter bedachten das Museum mit Schenkungen. Ebenfalls wurden Dauerleihgaben aus der Sammlung Ganteführer sowie aus der Stiftung Kunst im Landesbesitz, Nordrhein-Westfalen, in die Sammlung integriert.

Die Jubiläumsausstellung wird auf zwei Etagen gezeigt und lädt in Teilen auch zum Mitmachen ein. Die von Paul Schwer im Eingangsbereich gezeigte Kommunikationsröhre ist begehbar und bietet verschiedene Aus- und Einblicke. Und die lose auf einem Tisch ausgelegten Teile eines Puzzles dürfen gerne zusammengesetzt werden.

Zum einen setzt die Ausstellung einen Fokus auf geometrische und lyrische Abstraktion, zum anderen macht sie Darstellungen architektonischer und städtischer Strukturen zum Thema. Da sind Fotos von Ratingen West zu sehen, aber auch gemalte Hochhausansichten. Und häufig gibt es einen Bezug zu Ratingen, beispielsweise die ausgestellten Arbeiten von Peter Brüning, der in Ratingen gelebt und gearbeitet hat. Oder der Blaue See bei Nacht von Birgit Jensen.

Neben den ausgestellten Arbeiten erfährt der Besucher auf Tafeln auch etwas über die Geschichte des Museums, das vor 100 Jahren zunächst als reines Heimatmuseum im Bürgerhaus eröffnet wurde. Nach Stationen im ehemaligen Gefängnis und einer Wohnung an der Poststraße fand das Museum schließlich eine Heimat im Neubau an der Grabenstraße. Alke Reeh, Evangelos Papadopoulos und Paul Schwer haben räumliche Arbeiten für die Ausstellung entwickelt, die auf die Architektur des Museumsgebäudes eingehen. Die Arbeit von Alke Reeh beispielsweise, die aus Baugerüststangen und Bahnen aus Zeltstoff besteht, verbindet die beiden Stockwerke und verbindet so die Ausstellung auch räumlich.

Ergänzend zur Ausstellung „Linie Fläche Raum. 100 Jahre Museum Ratingen“ eröffnet am 29. Mai 2026 die Ausstellung „Bauen als Kulturbeitrag. Die Architektur des Museum Ratingen“. Die Ausstellungen sind Teil des Programms zum diesjährigen Stadtjubiläum Ratingens. Hierfür hat das Museum Ratingen eine großzügige Förderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten.

Begleitend zur Ausstellung gibt es zudem ein umfangreiches Begleitprogramm. Am 24. März um 18 Uhr beispielsweise wird Klaus Wisotzky über die Anfänge des Ratinger Museums von 1926 bis 1945 in Kooperation mit den Freunden und Förderern des Museum Ratingen sprechen. Und am 23. April um 19 Uhr gibt es ein Festessen mit dem Prunkgeschirr der Künstlergruppe „Die Langheimer“ veranstaltet von den Freunden und Förderern des Museums Ratingen.

Und ein bisschen Werbung für die Kunst darf dann auch nicht fehlen. Zum Geburtstag gibt es Zettelblöcke und T-Shirts, bedruckt mit Werken von Peter Brüning.