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München – Für die Öffentlichkeit ist dieser Fall längst abgeschlossen. Mike Cees (38) wurde verurteilt, saß 61 Tage im Knast – und kam an Weihnachten 2024 wieder frei. Mehr als ein Jahr später zofft der „Sommerhaus“-Macho sich aber immer noch mit der Staatsanwaltschaft München. BILD erfuhr exklusiv, worum es dabei geht.
Zur Erinnerung: Gegen Mike Cees (bürgerlich: Michael Monballijn) lief Ende 2023 ein Betrugsprozess, in dem er zu 4000 Euro Geldstrafe verurteilt wurde. Weil er diese Strafe nicht bezahlte, erließ die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder im Herbst 2024 Haftbefehl (Aktenzeichen: 201 Js 2811/22 V), die Münchner Polizei nahm ihn Ende Oktober fest. Mike saß wegen Betrugsvorwürfen 61 Tage in der JVA Augsburg-Gablingen (dem sogenannten „Horror-Knast von Bayern“) ein und kam an Weihnachten 2024 frei.

Mike Cees vor der JVA Augsburg-Gablingen, in der er 61 Tage einsaß. Dieses Foto entstand kurz nach seiner Freilassung
Foto: Privat
Im Zuge der Ermittlungen beschlagnahmten die Beamten bei ihm zu Hause auch mehrere private Gegenstände als Beweismittel, u.a. einen Laptop sowie mehrere Festplatten und USB-Sticks. Diese werden normalerweise nach Ende eines Verfahrens zurückgegeben.
Mike Cees: „Bekomme mein Eigentum nicht zurück“
Mike Cees zu BILD: „Das ist eigentlich eine klare Sache und dennoch bekomme ich mein Eigentum bis heute nicht zurück – mein MacBook, meine Festplatte, meinen USB-Stick. Niemand kann bzw. will mir sagen, wo die Sachen sind. Niemand fühlt sich zuständig.“

Mike Cees in seiner neuen Heimat Dubai. Dem deutschen Reality-TV hat er vorerst den Rücken gekehrt
Foto: Privat
Sein Anwalt Dr. Kai Wagler habe „alles korrekt bearbeitet und dabei Fristen, Schreiben, Paragrafen – so, wie der Staat es immer verlangt – eingehalten“. Dennoch werde er bis heute hingehalten. „Ich habe dort selbst angerufen, ruhig und sachlich, weil ich wollte, dass sich die zuständige Staatsanwältin der Sache stellt oder mir Auskunft gibt. Ergebnis: aufgelegt. Einfach aufgelegt.“ Sein Verdacht: „Die wissen selbst nicht mehr, wo meine Sachen sind.“
Warum sind ihm die Dinge so wichtig?
„Darauf liegt meine komplette berufliche Existenz. Projekte, Verträge, Beweise, Kommunikation und auch private Daten. Nicht ersetzbar. Ich habe genug durchgemacht – privat, öffentlich, wirtschaftlich. Ich habe mich da herausgearbeitet und stehe heute mit einer der am stärksten wachsenden App weltweit da. Und dann blockiert mir ausgerechnet dieser Staat mein Arbeitsleben durch Schweigen und Inkompetenz? Das hier ist kein Scherz mehr.“
BILD fragte bei der Staatsanwaltschaft nach, warum die Beweismittel weiter einbehalten werden. Pressesprecherin Juliane Grotz antwortete: „Ein USB-Stick wurde bereits an den Beschuldigten herausgegeben. Im Übrigen ist eine Asservatenbereinigung (eine Prüfung der Beweismittel, Anm.d.Red.) derzeit noch nicht veranlasst. Sobald dies der Fall ist, wird über die Herausgabe entschieden werden.“