Der Verein Denkmal Steiermark hat auch heuer wieder Personen und Initiativen ausgezeichnet, die sich um den Erhalt des Kulturerbes verdient gemacht haben.

„Es soll eine Wertschätzung sein und das Engagement sichtbar machen“, erklärt Erika Thümmel die Idee hinter den Würdigungspreisen, die der Verein Denkmal Steiermark jährlich vergibt. Als Vorstandsmitglied zeichnet die Grazer Restauratorin mitverantwortlich für die Auswahl der drei Preisträger, die kürzlich für ihre Verdienste um den Erhalt des materiellen und immateriellen Kulturerbes der Steiermark ausgezeichnet wurden.

Der Grazer Spenglermeister und Dachdecker Helmut Kocher wurde für seinen langjährigen Einsatz für die Erhaltung und Restaurierung der Dachlandschaft in der Grazer Altstadt geehrt. In seinem Meisterbetrieb hat Kocher das Wissen um historische Handwerkstechniken bewahrt, dazu gehört das Decken von Dächern mit Naturschiefer- und Holzschindeln. Metalldetails wie Turmspitzen oder Wasserspeier werden ebenso angefertigt. Seine Liebe zur Kunst lebte der Unternehmer heuer an der Fassade seines Grazer Hauses aus. Er ließ sie vom Künstler Herbert Soltys gestalten.

Helmut Kochers Privathaus in der Eckertstraße bekam heuer eine Kunstfassade © Foto FischerHelmut Kochers Privathaus in der Eckertstraße bekam heuer eine KunstfassadeErhaltung und Restaurierung der Grazer Burg

Christine Klugs zentrale Rolle bei der aktuell laufenden Sanierung und Restaurierung der Gebäudesubstanz der Grazer Burg zeichnete der Verein ebenfalls aus. Die langjährige Leiterin der Abteilung 2 der Steiermärkischen Landesregierung habe bei dem Großprojekt durch ihr Engagement die Weichen dafür gestellt, dass ab 2028 Bereiche wie die Burgkapelle oder der Registraturtrakt zugänglich sein werden, hob der Verein hervor.

Im Zuge der Revitalisierung der Grazer Burg wurde Ende 2025 eine mittelalterliche Säule ausgetauscht, die das Gebäude trägt © Michael SuntingerIm Zuge der Revitalisierung der Grazer Burg wurde Ende 2025 eine mittelalterliche Säule ausgetauscht, die das Gebäude trägtDie Kirchenbauern von St. Benedikten

Die dritte Auszeichnung geht ins Murtal, an die Nachbargemeinschaft der Filialkirche St. Benedikten in Sankt Margarethen bei Knittelfeld. Zehn sogenannte „Kirchenbauern“ betreuen dort die Bergkirche. Höhepunkt der gemeinschaftlichen Aktivitäten ist das jährliche Aufstellen einer fast 15 Meter hohen Pestkerze. Der Brauch, der seit dem 17. Jahrhundert belegt ist, zählt zum immateriellen Unesco-Weltkulturerbe.

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Die Filialkirche St. Benedikten in Sankt Margarethen bei KnittelfeldDie Filialkirche St. Benedikten in Sankt Margarethen bei Knittelfeld © Maria Steinwender