Im Montafon steht zwischen 11. und 15. März alles im Zeichen des Skicross- und Snowboardcross-Weltcups. Nach erfolgversprechenden Qualifikationsläufen am Vortag durften vier der elf ÖSV-Athletinnen und -Athleten auf ein starkes Finale hoffen.

Die Bedingungen dafür waren ideal: Die selektive Strecke am Grasjoch gilt unter Skicrosserinnen und Skicrossern als Traum – lange Startgerade, hohe Geschwindigkeit, anspruchsvolle Passagen und ein Flow, der sowohl Können als auch Mut verlangt.

„Alles ist möglich“, sagte Johannes Aujesky noch am Mittwoch im Sky-Interview. Doch das Finale brachte für das österreichische Team gemischte Gefühle.

„Alles ist möglich“: Vier Österreicher im Montafon-Skicross-Finale

Aus im Viertelfinale für Födermayr

Die Oberösterreicherin Christina Födermayr war als einzige ÖSV-Dame ins Finale gestartet und belegte am Ende als 14. den besten rot-weiß-roten Rang. Ihr Viertelfinale verlief jedoch nicht wie erhofft. Ein Fehler gleich im oberen Streckenabschnitt kostete wertvolle Geschwindigkeit. „Ich habe in der Startsektion ein Element verhaut und dadurch Speed verloren“, sagt sie im Sky-Interview. Dazu kommt, dass sie mitten in einer Materialumstellung steckt und mit neuem Equipment noch nicht das perfekte Setup gefunden hat.

Trotzdem überwiegt für die 24‑Jährige der Stolz: Die Qualifikation habe ihr gezeigt, „dass ich mithalten kann“ – gerade weil die vergangenen Monate für sie alles andere als leicht waren. Offen spricht sie darüber, dass sie mental nicht in ihrer besten Verfassung war und stark an Gewicht verloren hat. Es habe Zeit gebraucht, wieder auf die Beine zu kommen. Umso größer ist ihre Dankbarkeit für die Menschen im Hintergrund: „Ich habe von meiner Skifirma immer Unterstützung bekommen und mir wird der Rücken gestärkt, egal in welcher Verfassung ich war und dafür bin ich extrem dankbar.“

Diese Unterstützung und ihr eigener Kampfgeist treiben sie weiter an. Födermayr blickt optimistisch auf die kommenden Wochen und die nächste Saison. Sie möchte Material testen, trainieren und den Spaß im Sport wieder voll spüren – mit einem klaren Ziel vor Augen: Im besten Fall bei der Weltmeisterschaft 2027 im Montafon am Start stehen. Und eines stellt sie trotz aller Rückschläge klar: „Ich lass mich nicht so leicht unterkriegen.“

Durchwachsener Tag für die ÖSV-Herren

Für die österreichischen Herren verlief der Finaltag im Montafon alles andere als nach Plan. Nach einer soliden Qualifikation am Vortag, die durchaus Hoffnungen geweckt hatte, mussten sowohl Johannes Aujesky als auch Christoph Danksagmüller bereits im Achtelfinale ausscheiden. Beide zeigten engagierte Läufe, doch die Konkurrenz nutzte ihre Chancen konsequenter und setzte sich in den entscheidenden Heat-Momenten durch.

Mit dem frühen Ausscheiden der beiden ÖSV-Athleten ruhte der Fokus schließlich auf Adam Kappacher, der als letzter verbliebener Österreicher ins Viertelfinale einzog. Doch auch für den erfahrenen Salzburger war dort Endstation. Der Salzburger landete an der neunten Stelle. Trotz eines stabilen Laufs fehlte ihm am Ende die entscheidende Attacke, um den Sprung ins Halbfinale zu schaffen. Sein Aus markiert das Ende der österreichischen Chancen in der Herrenwertung. Damit bleibt das Skicross-Finale im Montafon aus österreichischer Sicht ohne Spitzenplatz. Gewonnen hat den Weltcup der Kanadier Reece Howden.

Der Renntag zeigte einmal mehr, wie eng das Niveau auf der selektiven Strecke am Grasjoch beieinanderliegt – und wie schnell selbst kleinste Fehler oder taktische Entscheidungen über Aufstieg oder Ausscheiden entscheiden können.

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Beitragsbild: GEPA