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Berlin – Es ist Berlinale-Zeit in der deutschen Hauptstadt. Hunderttausende sind zum größten Publikums-Filmfestival der Welt angereist. Die einen, um Filme zu gucken, die anderen träumen selbst von einem Leben vor der Kamera. Genau dieses führt Sönke Möhring (53). Jetzt spricht der Schauspieler allerdings eine deutliche Warnung aus.
Ein grauer Wintermorgen, schlecht gelaunte Menschen in Berlin – bis auf Sönke Möhring. Der lacht, macht ein paar Witze und bestellt sich erst mal einen Kaffee. „Wieso sollte ich denn mies drauf sein“, sagt Möhring zu BILD. „Ich liebe das, was ich mache und bin sehr dankbar dafür.“ Auch, wenn er wirklich ständig auf seinen älteren Bruder angesprochen wird.

Herzliches Verhältnis: Sönke mit seinem Bruder Wotan Wilke Möhring (58, l.)
Foto: action press
Dieser heißt Wotan Wilke Möhring. Dieser hat den gleichen Beruf ergriffen, ist unter anderem seit 2013 Tatort-Kommissar im TV und hat grundsätzlich sehr vieles mit seinem Bruder Sönke gemeinsam.
Ebenso wie Wotan ist auch Sönke Möhring seit langem eine feste Größe in der deutschen Schauspiellandschaft. „Soko Wismar“, „Inglourious Basterds“, „Kokowääh“, der Wahl-Berliner hatte schon immer gut zu tun. Nun gibt er seine Erfahrung weiter – als Juror beim 99-Fire-Film-Awards, einem Nachwuchsfilmpreis, der immer während der Berlinale verliehen wird. „Ich bin gespannt, wie die mutmaßlich jüngeren Leute Film heute interpretieren und verstehen.“

2009: Sönke Möhring (damals 36, l.) mit Brad Pitt (damals 49, r.) und Gedeon Burkhard (damals 39) im Hollywood-Kracher „Inglourious Basterds“
Foto: PR
Schauspielerei ist kein Luxus
War der Wille zum Erfolg immer da? „Natürlich ist das ein Wunsch, man sucht ja die Bestätigung durch seine Arbeit“, erklärt Möhring. Ein Luxus sei sein Job aber nicht. Wer sich das am Anfang seiner Karriere ausmale, werde mutmaßlich enttäuscht: „Wer reich werden will, sollte niemals Schauspieler werden.“

Möhring (r.) mit Tim Seyfi (54) in der ARD-Serie „Heiter bis tödlich“
Foto: ARD/Frank Dicks
Sönke besuchte zunächst die Waldorfschule und wollte zunächst etwas völlig anderes tun. „Ich habe eine Ausbildung zum Kinderpfleger gemacht und danach Philosophie und Psychologie studiert“, erzählt er. Aber: „Ich hatte schon immer das Gefühl, dass die heutigen Psychologen oftmals die angehenden Patienten von morgen sind. Und das wollte ich nicht.“
Möhring schmiss hin und wollte vor die Kamera oder auf die Bühne. Aber: Keine Schauspielschule nahm ihn auf! „Ich war einfach zu alt“, sagt er. „Heute ist das sicher lockerer, damals jedoch lag die Altersgrenze bei Aufnahmen so um die 25 Jahre und da war ich schon drüber. Ich war also ein klassischer Quereinsteiger“. Geschafft hat es Sönke Möhring trotzdem.