Der Bürgermeister will US-Forscher anwerben. Nicht nur wegen der Wiener Bürokratie wird das schwierig.
Wien wird einen dreistelligen Millionenbetrag in ein neues Zentrum für Quantenmechanik in Neu Marx investieren. Dort entsteht, neben dem angekündigten Life Science-Center, ein wissenschaftliches Zentrum für Zukunftstechnologien in den Bereichen Medizin, Biotechnologie, künstliche Intelligenz. Das ist einmal positiv. Das Geld ist dort besser investiert als in reinen Prestigeprojekten der Stadtregierung.
Für den Wiener Standort hofft Bürgermeister Michael Ludwig auf Donald Trump. Besser gesagt: Auf Forscher, die wegen Trump die USA verlassen möchten. Das Vorhaben hat allerdings drei Schönheitsfehler. Erstens: Wien steht im internationalen Wettbewerb um diese Experten. Ohne entsprechendes Angebot wird das nichts. Zweitens: Die überbordende Bürokratie, die international gefragte Spezialisten eher vertreibt als nach Wien zieht. Drittens: Die Stadt wird das neue Zentrum für Quantentechnologie ebenso selbst errichten wie das Life Science-Center. Und hier beginnt das Zittern der Wiener Steuerzahler, wenn man sich ansieht, wie die Stadt in der jüngeren Vergangenheit bei Großprojekten agiert hat: die Wien Holding Arena, der internationale Busterminal, die Klinik Floridsdorf – alle sind völlig aus dem Ruder gelaufen. Aber vielleicht werden die beiden Großprojekte trotzdem im geplanten Zeit- und Kostenrahmen umgesetzt. Wie heißt es so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt.
martin.stuhlpfarrer@diepresse.obfuscationcom
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