Stellantis schaut sich Insidern zufolge in China nach finanzkräftigen Partnern für sein schwächelndes Europa-Geschäft um. Führungskräfte des Unternehmens trafen sich bereits mit den Unternehmen Xpeng und Xiaomi, um Optionen für eine Umstrukturierung von Stellantis in Europa zu erörtern, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Dabei sei es auch um einen möglichen Erwerb von Anteilen an Maserati oder anderen Marken gegangen. Die Gespräche hätten sich angesichts der Wachstumsambitionen chinesischer Autohersteller auch um den Zugang zu Produktionskapazitäten gedreht.

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Kein Kommentar von Stellantis

Stellantis wollte sich gegenüber Bloomberg nicht zu den Berichten äußern. Es hieß lediglich, dass das Unternehmen im Rahmen seiner normalen Geschäftstätigkeit Gespräche mit Branchenakteuren auf der ganzen Welt zu verschiedenen Themen führe. Die Aktien des Vielmarkenkonzerns, zu dem unter anderem Marken wie Opel, Fiat, Peugeot, Chrysler, Alfa Romeo und Jeep gehören, reagierten nur leicht positiv auf die Neuigkeiten. Sie notierten in einem schwachen Gesamtmarkt zuletzt noch mehr als eineinhalb Prozent im Minus.

Hohe Verluste

Stellantis hatte Ende Februar die Geschäftszahlen für 2025 vorgelegt und dabei einen Verlust von insgesamt rund 22,3 Milliarden Euro verzeichnet. 15 Milliarden davon gehen drauf für die Umkehr bei Elektroautos auf dem US-Markt, weil der Konzern infolge der von US-Präsident Donald Trump gestrichenen Elektroautoförderung und geänderter Abgasrichtlinien Modelle streicht und mit den technischen Plattformen künftig wohl weniger Geld verdienen wird. Aber auch bereinigt um die Sonderbelastungen kam das Unternehmen vergangenes Jahr stark unter Druck und fuhr im Tagesgeschäft wegen Preisdrucks, US-Zöllen und Gewährleistungskosten rote Zahlen ein.

Die nun kolportierten Gespräche verdeutlichen die unterschiedlichen Entwicklungen von Stellantis in Europa sowie in den USA, wo der Jeep-Eigner viel Geld in die Auffrischung seiner Produktpalette gesteckt hat; und wo chinesische Investitionen wegen möglicher Verwendung von Technologien des Landes in US-Autos wohl erschwert würden. Eine tiefergreifende Restrukturierung könnte denn auch zu einer weiteren Trennung zwischen dem US- und dem europäischen Teil des Unternehmens mit Wurzeln in Frankreich, Italien und den USA führen, wie die nicht näher genannten Insider laut Bloomberg weiter sagten. Eine Aufspaltung des Konzerns sei aktuell aber kein Thema der Gespräche.

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(mfz)

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