Oder auch: zeitlos. Maximo Park waren schon immer ein bisschen anders, schroff, unerwartbar. Nervöse Rhythmen, zuckende Gitarren, die Songs selten weit mehr als drei Minuten, aber gerne mal mit drei Wendungen pro Minute.

Eine Ästhetik, die auch gut zur Gegenwart passt, mit Frontmann Paul Smith im Zentrum, der mit seiner romantisch-dramatischen Stimme die Songs zusammenhält, poetisch-vieldeutig vom Alltag normaler Menschen erzählt, vom Leben und Lieben an trostlosen Orten. In die neurotischen Klanglandschaften legt er eine heilsame Wärme. Auch an diesem Abend ist er das Herz der Band, ein charismatischer Dandy, der mit tief-sitzendem Hut und im samtroten Anzug mit ausladenden Gesten tief in die Songs hineinfühlt.

Und das Publikum fühlt mit, singt mit. Es ist kein kompletter Abriss, aber immer ist die Menge in Bewegung und vor allem: am Lächeln. Fast alle haben ein fettes Grinsen im Gesicht. Gut möglich, dass da irgendwelche lang vergessenen jugendlichen Emotionen wieder hochkommen, wenn alle zusammen Mini-Hymnen wie „Graffiti“ singen. Es ist aber auch eine unsterblich-schöne Gänsehaut-Zeile. „I’ll do graffiti if you sing to me in French/What are we doing here if romance isn’t dead?“ – „Ich spraye für dich, wenn du Französisch für mich singst.“ Was für eine prägnante kleine Liebeserklärung. Hach.