Adria-Pipeline als Ersatz für Druschba

Noch bis Ende Januar bezogen Ungarn und die Slowakei russisches Öl über die Druschba-Pipeline, die zum Teil durch die Ukraine führt. Um weiter von Import-Verboten ausgenommen zu sein, hatten die beiden Länder lange argumentiert, die Adria-Pipeline verfüge über zu geringe Kapazitäten. Die überwiegende Ölversorgung über die Druschba-Pipeline aus Russland sei deshalb existenziell für die Energieversorgung der beiden Länder ohne eigenen Meerzugang.

Seit 2022 waren unter anderem Ungarn und die Slowakei innerhalb der EU von den Sanktionen gegen russisches Öl ausgenommen. Mit Verweis auf die vermeintlich zu geringe Kapazität konnten die beiden Länder die Ausnahmeregelung bislang aufrechterhalten.

Nach dem Lieferstopp über die Druschba-Pipeline Ende Januar 2026 hat sich dieser Standpunkt aber offenbar geändert, ein Widerspruch, auf den Kroatien immer wieder hinweist. Mitte Februar forderte Ungarns Außenminister Péter Szijjártó von Kroatien öffentlichkeitswirksam, per Schiff ankommendes russisches Öl durch die Adria-Pipeline zu liefern. Szijjártó warf dem EU-Nachbarn vor, ideologisch zu handeln und bewusst die Energiesicherheit Ungarns und der Slowakei zu gefährden.